Review

Ist schon bedenklich, wenn der beste Witz eines Films sein Titel ist, aber das kann man ja nicht vorher wissen.
Da kann man mit noch so viel gutem Willen an die Sache rangehen, selbst mit der Steilvorlage, daß einem die Ansammlung guter und eher mäßiger deutscher Comedy-Prominenz im ersten Teil durchaus gefallen hat, aber diese Fortsetzung, die nicht mehr als ein Schnellschuß-Cash-In darstellt, ist in jeder Hinsicht eine Enttäuschung.

Dabei war es durchaus charmant, ein tv-animiertes Märchenland mit komischer Veräppelung genereller Gebrüder-Grimm-Stories serviert zu bekommen, es braucht kein Wahnsinnsniveau, einen lustigen Film herzustellen, sofern das Timing stimmt und die Leute ihren Fähigkeiten gemäß beschäftigt sind.
Hier jedoch scheint auf die Schnelle ein Drehbuchgerüst improvisiert worden zu sein, bei dem dann ein paar Gaststars zusätzlich eingeladen wurden und da Heinz Hoenig als Brummbär inzwischen auf dem Märchenthron sitzt, Norbert Heisterkamp als kraftvoller Dummbatz die ohnehin grenzdebile Truppe um Waalkes, Nontschew, Schneider und Schmitz ergänzt und der mit ruhigem Timing gesegnete Markus Majowski auch noch gegen den witzlosen Gustav-Peter Wöhler ausgetauscht wurde, versammelt sich als nun eine komplett grenzdebile Truppe, um Schneewittchen vor dem fiesen Rumpelstilzchen zu retten.

Das hat dann auch noch die Fähigkeit, sich in verschiedenen Masken böser Taten zu erfreuen, so daß die Comedy-"Gaststars" alle mit erkenntlicher Stilchen-Warze einen faden Stiefel runterspielen können. Da hätten wir dann solche Leuchten wie Oliver Pocher (furchtbar), Axel Stein (zäh) und Mario Barth (talentfrei wie üblich), die kurz mal reinschauen, während Leute wie Dirk Bielefeldt ihren Stiefel runterspielen und maximal Olli Dittrich als Pinocchio für einen heiteren Augenblick sorgen kann.
Noch schlimmer, daß die witzigsten Leute des Originals hier eigentlich mehr oder minder vergessen werden, wobei es bedenklich scheint, wenn einem Film eine Figur wie Atze Schröder schon fast fehlt. Fernerhin ist den Autoren sogar zu Rüdiger Hoffmann und Hans-Werner Olm in bewährten Rollen nicht mehr eingefallen, als die Handlung mit ihnen aufzuhalten oder gar die furchtbare Luise Kuschinski ins Spiel zu bringen. Noch verschenkter übrigens ein Cameo von Helge Schneider und endlos breitgetreten ein uralter Sesamstraßenwitz mit Christian Tramitz und einer Lokalküche, die sehr weit vom Gastraum entfernt ist.

So fehlt dem Film schlicht und ergreifend ein Zentrum, eine Wirbelsäule und jeder Depp zieht einfach seine Nummer durch. Schmitz muß sich infantil zu Tode hampeln, Otto greift wieder zum Fünfjährigen, Martin Schneider salbadert dazwischen und das war es dann auch schon bald - und es wird nicht besser oder einfallsreicher, wenn man Märchenfiguren dann plötzlich in unsere Realität versetzt und sie dort Chaos anrichten läßt. Sie dann noch in einen billigen Märchen-Themenpark zu stopfen, wo Jürgen Tarrach und Katy Karrenbauer (uhaha!) zwei Prolls improvisieren, macht die Unlust nicht besser. Ach ja, dann ist da noch Udo Lindenberg - was macht der eigentlich in einer Komödie?

Fakt ist, die Produktion schleppt sich auf dem Niveau eines Vorschülers durch depperte Szenen, die merklich nicht dem Storyteam von ersten Film (Knorr, Pfarr und Zippert, samt und sonders aus der "Titanic"-Schule), sondern von Bernd Eilert allein samt dem Regisseur zusammengestoppelt wurden. Mag die Pro7-Märchenstunde keine Erweckungsstunde der Komödie gewesen sein, aber immerhin wirkte sie geschlossener als diese hastige Nummernrevue, die verzweifelt konstatieren muß, daß die guten Albernheiten für das deutsche Märchenimperium inzwischen von diversen Privatsender abgegrast wurden. Charm- und Scham-los. (3/10)

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