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Keith Carradine und Harvey Keitel spielen zwei Offiziere in der napoleonischen Armee, die wegen einer Bagatelle ein Duell bestreiten, bei dem sich Carradine zurückzieht, nachdem er verwundet wurde. Keitel sinnt nach Rache und fordert seinen Feind beim nächsten Aufeinandertreffen der beiden erneut zum Duell und auch dies sollte nicht das letzte der verfeindeten Offiziere bleiben.

"Die Duellisten" krankt leider an seiner langatmigen Handlung, die zum Ende hin mit einer quälenden Monotonie zu langweilen beginnt und ist eigentlich nur unter dem Gesichtspunkt interessant, dass es sich um das Debüt von Regie-Legende und Oscar-Preisträger Ridley Scott handelt, der seine Handschrift bereits hier deutlich hinterlässt.

Optisch ist der Film einfach brilliant geraten. Beinahe malerisch setzt Scott seine beiden starken Hauptdarsteller, die Kulisse Frankreichs während der Revolution und die Ausstattung perfekt in Szene und erreicht damit eine ähnliche optische Brillianz, wie später bei "Alien". Der ständige Kulissenwechsel ist dabei ebenfalls hervorragend gelungen, womit Scott unter Beweis stellt, dass er damals wie heute, zumindest die Optik betreffend, einer der besten Regisseure der Welt ist. Bei den Duell-Szenen baut er mit der guten Filmmusik und einer exzellenten Kameraführung Spannung auf, was später eines seiner Hauptmerkmale bleiben sollte. Aber Scott kann leider nicht verhindern, dass "Die Duellisten" alles in allem auf einen eher unterdurchschnittlichen Unterhaltungswert kommt und über weite Strecken langweilt. Spannung und Dramatik kann auch Scott nicht erzeugen, obwohl ihm mit seiner starken Optik und seinem nostalgischen Flair hier und da eine relativ düstere Kulisse gelingt, die er leider nicht weiter ausnutzen kann. Aber schon zwei Jahre später stellte Scott mit "Alien" und "Blade Runner" unter Beweis, dass er durchaus unterhalten kann und avancierte später mit "Thelma and Louise", "Gladiator" und "Black Hawk Down" endgültig zum Kult-Regisseur.

Im Endeffekt war bei der, doch eher langweiligen Story, wahrscheinlich sowieso kein höherer Unterhaltungswert drin. Die Charakterkonstruktion mag dabei ganz gut gelungen und das Verhältnis der beiden Offiziere zueinander stark dargestellt sein, aber in der gesamten zweiten Filmhälfte wiederholen sich bestimmt Abschnitte immer wieder und so verfällt der Film mit der Zeit in eine einschläfernde Monotonie, aus der er leider nicht mehr herauskommt und so können auch die Duell-Szenen auf Dauer keine Spannung erzeugen. Die Gesellschaftskritik, vor allem die an dem überflüssigen Ehrenkodex der damaligen Zeit wird dabei ganz gut dargestellt, aber auch hier ist es die Monotonie, die dem Film die Fahrt nimmt.

Harvey Keitel kann dabei nach seinen beiden Arbeiten unter Scorsese, "Hexenkessel" und "Taxi Driver", einmal mehr voll und ganz überzeugen. Keitel spielt die Rolle des Offiziers sehr realistisch, spielt in den Szenen, in denen es um den Ehrenkodex geht beinahe martialisch und ist bei den Duell-Szenen todernst, wie es von ihm erwartet wird. Damit kann Keitel einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen, die er im Laufe seiner Karriere einige Male zeigte. Keith Carradine spielt ebenfalls relativ gut, kommt aber nicht an die hervorragende Leistung von Harvey Keitel heran. Der übrige Cast kann durchaus überzeugen.

Fazit:
Ridley Scott lässt schon bei seinem Regie-Debüt seine Handschrift deutlich erkennen und setzt den Film beinahe malerisch mit einer hervorragenden Optik in Szene, kann aber auch nicht verhindern, dass sich trotz der guten Darstellerleistungen eine quälende Monotonie einschleicht, die keinen hohen Unterhaltungswert zulässt. Eigentlich nicht sehenswert.

35%

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