Review

Zu Tode inszenierter SEAL - Film...12.10.2009

Ja bringen denn die heutzutage den jungen Leuten gar nichts mehr bei? Gibt es denn keinerlei Grundausbildung mehr für angehende Regisseure? Fragt denn niemand mehr danach, was das Volk sehen will? Und wie es einen Film zu präsentieren gilt? Scheinbar nein, denn die einzigen Szenen, die in diesem Machwerk ansehbar sind und auch einen gewissen Teil an Spannung vermitteln, sind nicht etwa die Actionsequenzen, nein, es sind vielmehr die Momente im weißen Haus, in denen Ruhe den Bildschirm dominiert. Nicht auszudenken, wie es mir ergangen wäre, wenn ich den Film auf einer größeren Leinwand gesehen hätte, denn das Gewackel und der Schnitt sind brechreizerregend. Und nicht nur diese beiden Stilmittel werden bis zum Äußersten eingesetzt, sondern auch noch alles andere, was in irgendeiner Weise vielleicht schick sein könnte. Es scheint fast so, als habe der Regisseur stetig nach mehr gebrüllt - und die Abteilung bulgarische Technik, deren Namen samt und sonders auf -ov oder -ev enden, hat all das eilfertig geliefert.

Es gibt nur einen Grund, warum man sich diesen Film antut, und das ist die Tatsache, daß er in England in einem sehr billigen Dreierpaket mit dem Vorgänger und Nachfolger erschienen ist. Und nachdem man das Geld ausgegeben hat, muß man da halt durch, auch wenn der Film ganz und gar nicht gelungen ist. Andererseits dient er durchaus als Vorbild für möglichen Nachwuchs, der hier lernen kann, wie man es auf keinen Fall machen sollte. Herausragend im negativen Sinne ist die Explosion eines unterirdischen Atomraketenbunkers, die natürlich komplett am Rechner erzeugt wurde und schlechter aussieht als die einfachste Expolosion bei Liebesgrüße aus Moskau. Ich mag es einfach weder sehen noch darüber schreiben, doch nach wie vor gilt: Rechnertricks sind meistens nix.

Ach ja, auch die Story ist natürlich nicht so toll: SEALs sollen in Nordkorea einen Atombunker sprengen, vier Mann springen aus dem Flieger, bevor der Abbruchbefehl gegeben wird - und die vier geraten bißchen in Gefangenschaft, entkommen, verbünden sich mit einem Minitrupp Südkoreaner, sterben hier und da und erfüllen natürlich ihre Mission - ganz toll gemacht, samt Abbruch für heraneilende Bomber in wieder mal letzter Sekunde, auch so ein Klischee, da man nicht mehr sehen will. Da alle Sequenzen um den Einsatz herum blutarm und ohne Können inszeniert wurden und es sowieso an der Action fehlt, darf zum Glück die zweite Handlungsebene rund um Falken, Tauben sowie den Botschafter Südkoreas noch etwas Boden gut machen und den Film zumindest ein klein wenig retten. Aber ganz ehrlich: es gibt wirklich keinen Grund, sich diesen Film anzuschauen - kaum Action, nur Hektik und triefende US-Militärklischees...so eben noch 4/10.

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