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Einen dermaßen provozierenden Film in Punkto Rassismus hat man schon lange nicht mehr gesehen. Dabei profitiert "Ausbruch zur Hölle" eindeutig von Wes Cravens "Last House on the Left", dem eigentlichen Beginn der Rape n Revenge Welle in den 70er Jahren.
So haben wir mit Jessie Lee Kane (William Sanderson), Chino (Daniel Faraldo) und Ling (Peter Yoshida) drei skrupellose Mörder, die während ihrer Verlegung in ein anderes Gefängnis fliehen können. Sie wollen über die Grenze kommen und suchen bis es dunkel wird Unterschlupf bei der farbigen Familie Turner. Sie halten die fünfköpfige Familie in ihrem eigenen Haus fest, beginnen sie zu terrorisieren und vergewaltigen schließlich Ted Turners (Robert Judd) Tochter. Während Lt. Reilly (David Cargill) mit seiner Mannschaft das Haus umstellt, gelingt es den Turners den Spieß umzudrehen und ihre Rache ist grausam.
Das mit den drei Schwerverbrechern und der Vergewaltigung kennt man schon zu genüge, jedoch präsentiert sich "Ausbruch zur Hölle" hier deutlich zurückhaltender und die Vergewaltigung wird nur angedeutet. Was jedoch viel mehr schockiert ist, wenn Ling einen kleinen Jungen mit einem Stein totschlägt, oder Kane seine Waffe an einem Baby ausprobiert, ob noch eine Kugel drin ist.

Robert A. Endelsons (Filthiest Show in Town) zweite und letzte Regiearbeit ist nichts für Zartbesaitete, besonders wenn man sieht wie kompromisslos das flüchtende Trio ans Werk geht. Bei ihr Flucht töten sie einen Polizisten, auf einen Tankstellenbesitzer wird mehrfach eingestochen und auch der Inhaber eines Spirituosengeschäfts wird niedergeschossen. Kane, Chino und Ling ziehen eine Blutspur hinter sich her, was es Lt. Reilly relativ einfach macht, ihren Standort zu finden. Dennoch will "Ausbruch zur Hölle" nicht sonderlich fesseln und besonders die rassistische Einstellung des Trios gegenüber den Turners geht zu weit. Da fallen Schimpfworte am laufenden Band und nicht nur so werden die Turners gedemütigt. Schließlich geht Kane sogar so weit und will Teds Frau am hellichten Tag lynchen. Immer mal wieder schwenkt Endelson zu Reilly der mittlerweile mit dem Sheriff der Stadt kooperiert, doch deren Ermittlungsarbeiten interessieren herzlich wenig. Und obwohl man nicht richtig mitfiebert, wünscht man den Turners schon, dass sie endlich den Spieß rumdrehen, besonders nachdem das Trio die Tochter vergewaltigt hat.

Und wie in dieser Art Film üblich kommt es zur finalen Rache, wobei man aber zu unvorsichtig ist und besonders Kane nochmal gefährlich wird. Was den Film auch noch kontrovers macht ist, dass Reilly weiss dass die Turners nun am Zug sind und seelenruhig zuschaut wie das Verbrechertrio gequält wird. Und der Schuss ins beste Stück ist schon wirklich übel, doch ansonsten verenden die Verbrecher für solch einen Film recht unspektakulär, besonders Kane hätte man einen schlimmeren Abgang gewünscht.
William Sanderson (Last Man Standing, McQuade - Der Wolf) gibt den fiesen Anführer recht überzeugend, den besonders seine Kompromisslosigkeit auszeichnet. Robert Judd (Straße zum Jenseits, Crossroads) als Familienoberhaupt schauspielert ebenfalls ordentlich, jedoch schwankt das Niveau der restlichen Darsteller etwas.

Gerade durch den brutalen Mord an einem Kind und dem Rassismus dürfte "Ausbruch zur Hölle" damals schon für Diskussionen gesorgt haben. Doch spannend ist die Chose nur leidlich, zwischendurch gibt es trotz der kurzen Laufzeit einige Durchhänger und dank der vorprogrammierten Racheorgie am Ende, kann man auch nicht so richtig mitfiebern, obwohl man dem Verbrechertrio schon den Tod wünscht. Reißerisch gemacht, aber nicht sonderlich viel dahinter.

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