Review

Nachdem mich der erste Edgar Wallace Film der berühmten Wallace-Verfilmungen der 60er Jahre doch ein wenig enttäuscht hatte (es handelte sich um den "Frosch mit der Maske"), machte mir sein Nachfolger  "Der rote Kreis" deutlich mehr Spaß.

In London werden immer wieder wohlhabende Bürger erpresst. Zahlen sie nciht, bedeutet dies in kurzer Folge ihr Todesurteil. Dahinter steckt die Verbrecherorganisation des "Roten Kreises". Deren Anführer entging nur elf Jahre zuvor knapp dem Tod auf der Guillotine, da der Henker betrunken war. Dies stellt auch den sehr stimmungsvollen Anfang des Films dar.
Nun befindet sich also London in Angst und Schrecken, denn die Täter hinterlassen am Tatort Zettel, auf denen ein roter Kreis zu sehen ist. Die Polizei scheint machtlos zu sein, selbst Personen, die unter ihrem Schutz stehen, sterben. Der Druck auf den ermittelnden Inspektor Parr von Scotland Yard steigt, Sir Archibald (der Chef des Yards) und der Innenminister möchten endlich Ergebnisse sehen. Deshalb setzen sie dem Inspektor den erfolgreichen Privatdetektiv Derrick Yale zur Seite und es kommt tatsächlich Bewegung in die Ermittlungen, neue Spuren führen die Polizei auf die Fährte der Verbrecher. Am Ende geht der "Rote Kreis" in die von Inspektor Parr gestellte Falle, seine Identität wird gelüftet  (für den etwas unaufmerksamen Zuschauer durchaus überraschend) und er entgeht seiner gerechten Strafe kein zweites Mal.

Das Schauspielerensemble ist gut aufgelegt. Karl Georg Saebisch spielt einen authentischen Inspektor Parr - schade das es sein einziger Auftritt in der Wallace-Reihe ist. Unterstützt wird er dabei von Eddi Arent, der mit seiner Rolle des Serganten Haggett den Humor in der vielerorts düsteren Handlung nicht zu kurz kommen lässt. Auch Klausjürgen Wussow als Privatdetektiv Yale hat mich in dieser zwiespältigen Rolle durch sein differenziertes Spiel für sich einnehmen lassen (der unsägliche Professor Brinkmann ist noch Lichtjahre entfernt). Die früh verstorbenen Renate Ewert und Thomas Adler geben in der Nebenhandlung das Liebespaar, das im Laufe der Ermittlungen zueinander findet. Nicht zu vergessen Fritz Rasp als undurchsichtiges Opfer des "Roten Kreises".

Die Stimmung, die Jürgen Roland in diesem Wallace-Film aufbaut, ist packend und erinnert an seine "Stahlnetz-Reihe" - eine Hommage an diese TV-Reihe findet sich am Anfang, wenn die Titel vor einem Stahlnetz durchlaufen. Und Roland hat sich für diesen Film aus dem Stahlnetzteam eine weitere Hilfe geholt, Wolfgang Menge, der das Drehbuch von Trygve Larsen überarbeitete.

Schade, dass die Schauspieler und Macher dieses Films nur einmal in dieser Konstellation zusammenkamen - herausgekommen ist zumindest eine überzeugende und spannende Edgar wallace - Adaption.

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