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„Ronja Räuber“, 1984 nach der Buchvorlage von Astrid Lindgren unter Regie von Olle Hellbom und Tage Danielsson (ruhet in Frieden) erschienen, ist ein wirklich empfehlenswerter Kinderfilm, an dem auch Erwachsene noch immer ihre Freude haben. In wunderschöner schwedischer Natur wird die Geschichte von zwei sich spinnefeind gesinnten Räuberbanden erzählt, von abgeschottet von der Gesellschaft lebenden, kleinen Kulturen, deren Leben nicht in erster Linie als problembehaftet, sondern als frei und wild und, immer mit einem Augenzwinkern versehen, voll von rustikaler Lebensfreude dargestellt wird. Die gelungene Mischung aus Abenteuer- und Fantasyfilm wird durch seltsame Wesen wie die bedrohlichen Wilddruden und Graugnome oder die putzigen Rumpelwichte („Pfui, pfui, pfui“) erreicht, wobei besonders letztere für viel Spaß sorgen. Die tollen Schauspieler mit ihrem inbrünstigen Overacting und insbesondere der süßen Hauptdarstellerin intonieren gern aus voller Kehle die eine oder andere Weise, ohne, dass es peinlich werden würde. Die Aussage der Geschichte, die Brüderlichkeit und Zusammenhalt beschwört und auch nicht davor zurückschreckt, ernste Themen wie den Tod von Familienmitgliedern zu behandeln, wurde dennoch mit einer moralischen Note versehen, als Ronja feststellt, dass die von den Räubern enteigneten Menschen traurig sind und weinen und sie daher keinesfalls ebenfalls eine Räuberin werden wolle. Zeitloses Kinderkino für die ganze Familie mit anarchischer Ausrichtung und wie fast alles von Astrid Lindgren wichtiges europäisches Kulturgut, das hoffentlich noch viele Generationen in seinen Bann ziehen wird.

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