Auch wenn der Titel ein wenig auf Bibel-Mystery hindeuten mag, so handelt es sich doch „nur“ um einen weiteren Zombiefilm von einem Regiedebütanten.
Und da es ohnehin schwierig ist, diesem Horror-Sub-Genre neue Impulse zu verleihen, lässt sich die Handlung auch hier knapp umschreiben:
In einem leerstehenden Gefängniskomplex müssen sich ein paar junge Menschen mit Untoten herumplagen.
Bis das geschieht, muss man allerdings ein wenig Geduld aufbringen, da sich die Exposition reichlich hinzieht.
Man lernt Heldin Launa (Leslie Ann Valenza) kennen, die im sehr nahen Verhältnis zu ihrer Schwester Nikki steht, da ihre Eltern frühzeitig verstorben sind. Nun sind jedoch drei Tage vergangen, da Nikki mit ihren Freunden einen Ausflug machen wollte und man nichts voneinander gehört hat.
Kurzerhand machen sich Launa und ihre beiden Mitbewohner auf, sie zu suchen und stoßen mit Hilfe des lokalen Deputys und dem Naturburschen Mason auf das leerstehende Gefängnis, wo man die Vermissten vermutet.
Bis das Zombietreiben einsetzt, vergeht jedoch knapp eine Dreiviertelstunde, was man auch in zwanzig Minuten hätte unterbringen können. Ob man da noch den lokalen Saufbold fast überfährt, mit ins Auto packt, damit der diverse Warnungen („Don´t read the walls“) ausstoßen kann, um anschließend, zurückgelassen und ans Lenkrad gekettet, das erste Opfer der Untoten wird, ist viel zu ausladend, da die wahre Bedrohung noch auf sich warten lässt.
Auch als die Gruppe im Gefängnis herumirrt, weiß man noch nicht so recht, welche Gefahr von den verlassenen Räumen ausgehen könnte.
Erst, als ein Paar beim Pimpern durch merkwürdige Geräusche unterbrochen wird und der Hilfssheriff in einem anderen Raum auf einer Blutlache ausrutscht und sich unglücklich den Kopf stößt, nimmt der Streifen Fahrt auf.
Dabei entfalten die Gefängniskulissen zwar nicht ihr komplett atmosphärisches Potential, aber die Stimmung ist durchaus bedrückend, zumal die Sounduntermalung mit diversen Hüllkurven und Stimmeffekten recht treffend arbeitet.
Und dann endlich treten die Untoten auf, deren Existenz durch einen Fluch während der aktiven Gefängniszeit und einem uralten Teufelsbuch erklärt wird.
Hier zeigt sich, dass auch Regieneulinge durchaus in der Lage sind, mit einem sehr knapp bemessenen Budget ein paar derbe und sauber gestaltete Gewalteffekte hinzulegen. Dabei resultieren diese eher weniger durch die vermuteten Fressattacken der Untoten, sondern durch Abwehraktionen oder gar durch einen Wahnzustand, sobald jemand die merkwürdigen Schriftzeichen an der Wand sieht.
Da gibt es eine Bohrmaschine im Bauch, ein Messer im Kopf, in Nahaufnahme wird ein Auge ausgepult, Gedärme quillen nach einem Axthieb und Gehirn läuft nach einem derben Schlag aus. Hauptsächlich kommt eine rote Axt zum Einsatz, die einige sehr deutliche Treffer landet, das Blut spritzt ein paar Mal recht ordentlich.
Soweit wird der Gorehound sicherlich befriedigt werden, auch wenn ein totales Mitfiebern mit den Figuren ausbleibt, da außer Heldin Launa kaum einer Figur Charakter verliehen wird.
Zudem handeln die Personen nicht immer logisch, da trennt man sich schon mal in einer brenzlichen Situation und man resigniert vor verschlossenen Türen, obwohl die Feuerlöscher direkt daneben stehen.
Dafür bekommt man im letzten Drittel noch ein paar nette Wendungen serviert, einschließlich einer recht fiesen und gelungenen Schlusseinstellung.
Obgleich die Effekte sauber gestaltet wurden, die Location gut gewählt wurde und die meisten Darsteller brauchbare Leistungen abliefern, fehlt dem Regisseur noch ein wenig handwerkliches Geschick, was sich vor allem im Visuellen äußert.
Zwar bietet die Kamera verschiedene Blickwinkel und Positionen, doch sind diese nicht immer positiv für den Spannungsaufbau, zudem fallen einige Unsicherheiten bei Close Ups auf, da wackelt man manchmal ein wenig und findet nicht immer gleich den passenden Fokus. So wird auch immer wieder etwas Fahrt herausgenommen, wenn Personen durch die Gänge schleichen, ohne dass eine Konfrontation bevor steht.
Außerdem hat man es bei einigen Rückblenden/einem Alptraum ein wenig mit den Farbfiltern übertrieben und einige Schnitte fallen etwas abrupt aus. Doch mit diesen Anfängerfehlern kann man im Gesamtbild recht gut leben.
Was bleibt, ist ein Zombiestreifen, der leider eine recht lange Anlaufzeit benötigt, auch wenn das nicht direkt anödet. Danach geht es aber ordentlich und vor allem blutig zur Sache, wobei jedoch zu hoffen ist, dass die deutschsprachige Fassung ebenfalls ungeschnitten sein wird.
Also kein Meilenstein unter den zahlreichen Vertretern, aber für Genrefreunde durchaus eine Sichtung wert.
Gute
6,5 von 10