Review

Einen netten kleinen Episodenfilm kredenzen uns hier einige alte Bekannte des Terrortainments.

Die Rahmenhandlung: Sieben Fremde, die zufällig die gleiche Filmstudio-Tour besuchen, werden in einem alten Filmset eingesperrt. Um zu entkommen, erzählen die Gefangenen insgesamt vier Geschichten, welche die seelischen Abgründe der Beteiligten aufdecken und Schreckliches offenbaren...

Ich denke, dieser engagierte B-Streifen versteht sich selbst als Hommage an die Klassiker der Anthologie-Filme, und auch wenn das Budget den Machern offensichtlich etwas Glanz und Glorie verwehrte, sieht man dem Film an, daß Hingabe und Liebe zum Horrorfilm drinstecken.
Die größte Stärke von Trapped Ashes ist wohl seine eigenwillige Art. Auch, wenn der Look insgesamt etwas flach ist, hat der Film einige Überraschungen parat. Vor allem die Anime-Sequenzen in der zweiten Episode sind hervorragend. Cunningham liefert hier eine stilistisch sehr ansprechende Arbeit ab, die ich ihm so gar nicht zugetraut hätte. Zudem wird hier das Thema Nekrophilie so direkt und unbedarft angepackt, wie schon lange nicht mehr.

Wir bekommen mit den vorliegenden Geschichten einen bunten Strauß Seltsamkeiten präsentiert, und meiner Meinung nach gibt es da auch keinen Totalausfall. Ken Russel ist mal wieder bitterböse, Cunningham ist ungewohnt ambitioniert, und mit der dritten Episode gibt's sogar etwas Nostalgie. Hier geht es nämlich um die (fiktive) Liebesgeschichte des Regisseurs Stanley (natürlich ist hier Stanley Kubrick gemeint) in den Glanztagen Hollywoods. Schön ruhig gefilmt und mit einem Gespür für den Zauber der 50er Jahre, gefällt mir diese Episode mit am besten.

Der Grundcharakter des Films ist natürlich etwas thrashig, daß dürfte ein Stück weit aber auch beabsichtigt gewesen sein. Die Darsteller sind guter Durchschnitt bis überzeugend, und ein bißchen Blut für die Gorehounds wurde auch eingebaut.
Insgesamt würde ich Trapped Ashes ganz klar zu den Besseren Vertretern der Anthologie-Filme zählen. Im Gegensatz zu vielen anderen Episodenfilmen, kann ich hier keinen echten Durchhänger entdecken. Das schwächste Element wäre hier noch die Rahmenhandlung, die etwas lahm daherkommt und natürlich auch nichts Neues zu bieten hat. Aber sie erfüllt ihren Zweck.

Ein ungewöhnlicher, sehr amüsanter und teilweise zynischer Genre-Happen, bei dem ich mich durchgehend gut unterhalten fühlte. Für blutgieriege Titten, sexuelle Ungezwungenheit, einen erotischen Succubus und ekelige Wurmgeschwister gibt es hier dicke 8/10

MovieMadness

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