Was kommt raus, wenn sich ein inhomogener Zirkel gekonnter Horror-Gurus wie Joe Dante, Ken Russel, Sean S. Cunningham, Monte Hellman und John Gaeta die Flossen reichen? Antwort: 4 Kurzgeschichten, die allesamt in den Topf der Monotonie greifen ...
Wenn ich behaupten würde, dass diese Tinktur gelungen ist, würde ich lügen. Spärliche Höhepunkte, schlechte Visual Effects und seichte Erzählungen sorgen für 100 Minuten Ennuyanz. Die Einfälle an sich sind nicht schlecht, es ist die Narration als solche, die den Ablauf ohne jeglichen Dekor einerseits trivial, andererseits hinderlich gestaltet und jedes aufsteigende Element provisorischen Freudentaumels umgehend vor die Füsillade stellt. Somit kommt ein Produkt raus, dass die Trivialität in schier obligatorischer Weise personifiziert. Wollte man anfänglich noch einen Episodenhorrorfilm mit viel kreativem Charakter auf die Beine stellen, kriegt man nach der Vollendung einen asketischen Kuchen ohne besondere Ausschmückungen serviert, der genau so anspruchslos schmeckt wie er aussieht.
I. THE GIRL WITH GOLDEN BREASTS
Schauspielerin leidet unter Karriereflaute und lässt sich Brüste operieren. Was sie noch nicht weiß: Mörderhupen sind es nun im wahrsten Sinne des Wortes, denn die vampiristische Vorazität eben jener, lässt so manchen Schöngeist ins Gras beißen ...
Die Story von den hämatophilen Titten ist noch am ehesten für den Trash-Freund ein kajolierendes Echo. Massenabfertigung bei Schönheitsoperationen lautet hier die blankgewichste Devise. Ärzte, die während des Eingriffs Zigaretten rauchen und dabei stets die Uhr im Hinterkopf haben, Zungen, die sich an karnivoren Brustwarzen verfangen und ein Symposion von transsexuellen Wissenschaftlern mit ausgiebigem Sinn für Frohsinn ... Eigentlich die einzige Episode, bei der auch Gorehounds liebäugeln dürfen (Titten-OP). Ansonsten ziemlich platt, besonders die stupiden Dialogschaften stechen in den Gehörgang.
II. THE EVIL SPIRIT
Pärchen, auf Urlaubsreise in Japan, wird von einem Dämon heimgesucht, der ausschließlich brünstiges Verlangen an der Frau zeigt ...
Was soll ich hierzu sagen? Die verschwenderischen Comic-Sequenzen habe ich entweder missverstanden oder sie waren wirklich so scheiße gezeichnet. Der leicht gorige Zusatz ist in dieser Episode aber fast invisibel, da viele Handlungsstränge einfach mit leichtferitgen Pseudo-Zeichnungen ausgeglichen werden. Sehr arm - Und das vom Regisseur von FREITAG DER 13. Sean S. Cunningham.
III. STANLEY'S GIRLFRIEND
Schauspieler lernt Regisseur kennen. Die gemeinsamen Abende gestalten sich interessenkonform, bis ein pythisches Zierbild von Frau in beider Leute Leben tritt ...
Mag die Schilderung von der stereotypen Femme Fatale bis dato in jeder erdenklichen Variante verfilmt worden sein, bietet sie auch hier dem Zuschauer nichts Neues. Ein schnelllebiges Produkt umklammert den Plot mit absehbarer Bumseuphorie, welche trivialer nicht sein könnte.
IV. MY TWIN, THE WORM
Französisches Pärchen zieht mit beruflicher Intention in die Staaten. Endlich wird die Frau von ihm schwanger, doch der Arzt entdeckt außer einem kerngesunden Sprössling noch ein anderes Wesen in ihrem Körper ...
Obzwar die Grundidee mit scheffelweise Ideenreichtum zu füllen wäre, hatte man das triviale Konzept der Vorgeschichten fortgesetzt. Dass die billigen CGI-Effekte von John Gaeta, der schon für Werke wie MATRIX verantwortlich war, kommen, hätte ich im ersten Moment aber nicht geglaubt. Wer das hier Trash nennt, der irrt! - Trash ist es eben keiner mehr, denn Trash beinhaltet keine solch ausgedehnte CGI-Scheiße!
... so, nun werden sich einige in Tantalusqualen wälzen, denn es haperte letzten Endes nur an der Umsetzung. Hommage? An wen? Nicht einmal die MASTERS OF HORROR-Reihe wurde dergestalt schwach inszeniert, wie dieses Konglomerat. Das Midtempo in allen Narrationen ist sicherlich beabsichtigt und verliert sich in harscher Erwartungslosigkeit, wenn die vier Geschichten in die von Joe Dante aufgezogene Rahmenhandlung konfluieren.
Fazit: Schlecht isser nicht. Nur eintönig und showdownlos.