1990/91 waren Manta-Witze in Deutschland extrem populär. Täglich gab's auf dem Schulhof die neuesten Kalauer zu dem mit vielen Vorurteilen belasteten Opel-Sportcoupe. Was lag also näher, als daraus einen Kinofilm zu machen?
Den Gerüchten nach entstanden "Manta, der Film" und "Manta, Manta" aufgrund einer Wette der Verleiher Senator und Constantin. Senator brachte sein Werk vier Wochen eher in die Kinos, worauf Constantin seinem Konkurrenten den Wetteinsatz, einen Porsche vors Büro stellte.
Schaut man sich die Filme an, muss man sagen, daß beide unsagbar schlecht sind. "Manta, der Film" scheint sogar noch billiger produziert worden zu sein, als der Konkurrent.
Ein Drehbuch war wohl nicht vorhanden, eine zusammenhängende Geschichte gibt es nur ansatzweise.
Die Erträglichkeit des Filmes steigt äquivalent zur Promille-Zahl des Betrachters. Es empfiehlt sich also, bereits vor Film-Beginn in geselliger Runde mit dem ein oder anderen Bierchen angestossen zu haben.
Und siehe da, wenn man die ersten Minuten überstanden hat, kommt sogar richtig Stimmung auf.
Wenn Dieter Pfaff als Ruhrpottprolet (die einzig wirklich gute Leistung in diesem Film) im ekelig-versifften Unterhemd auf der Mattscheibe erscheint oder Jochen Nickel als Fahrlehrer und Rädelsführer des Manta-Clubs seine Kommentare zum Besten gibt, dann reicht das tatsächlich für einige gelungene Lacher.
Dieter Thomas Heck als Autoverkäufer (was er im wirklichen Leben auch mal war) preist den Manta sogar ganz in der Tradition seiner "ZDF-Hitparaden"-Moderation an.
Achja, Ralf Richter und Peter Behrens (der Drummer der NDW-Gruppe "Trio") sind ja auch mit von der Partie. Die haben ihren Auftritt als debiles Polizisten-Duo aber eher improvisiert als nach Anweisung gespielt, sind aber immer noch besser als der Rest des Ensembles.
Mit Sicherheit hat das ganze Team viel Spass bei den Dreharbeiten gehabt, aber leider ist das nur bei den oben genannten Darstellern auch zu sehen. Die Nachwuchsschauspieler haben die Sache wohl überwiegend zu ernst genommen und deswegen dem Totalausfall nahe.
Einzige Ausnahme ist Sebastian Rudolph, den man später mit Jochen Nickel in "Stalingrad (1993)" sehen konnte.
Alles in allem ist der Film so schlecht, daß er fast schon wieder gut ist.
"Manta, Manta" schlägt er jedenfalls um Längen.
RIP, Dieter Pfaff, dank dir muss ich immer schmunzeln, wenn im Fernsehen Davis-Cup läuft.