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Europa 1641: Der 30-jährige Krieg und die Pest haben große Teile der westlichen Welt entvölkert und in einem postapokalyptischem Zustand zurückgelassen. Auf seiner Flucht vor den plündernden Söldnerhorden findet Vogel, gespielt von Omar Sharif ("Doktor Shiwago"), inmitten eines finsteren Waldes ein völlig abgeschiedenes Dorf. Dies scheint von all dem Grauen der Zeit völlig verschont zu sein und die Bewohner bieten dem Mann, wenn auch anfangs etwas widerwillig Schutz und Geborgenheit. Doch leider hält die Idylle nicht lang, denn mit ihm ist auch eine Gruppe Söldner dem verwunschenen Tal auf die Schliche gekommen. Der nüchtern-grausame Anführer der Truppe, Michael Caine (u.a. "Jack the Ripper - Das Ungeheuer von London", "Genie und Schnautze") kann jedoch von Vogel von der Zerstörung und Plünderung des Ortes abgehalten werden. Stattdessen verweilen auch die Söldner in dem friedlichen Eiland. Doch Mißgunst, Hass und religiöse Verblendung führen zur unabwendbaren Zerstörung der Harmonie.

James Clavell hat mit seinem 1971 erschienen Film "The last valley" ein Historienmeisterwerk erschaffen der zwischen grausam brutaler Düsternis und melancholischer Romantik schwankt. Keinem der darin vorkommenden Personen wird am Ende Glück zuteil. Die Schönheit die das letzte unberührte Paradies den hier "getrandeten" Menschen offeriert wird zum Schluß durch deren eigenes Zutun zerstört. Ob das der vom Krieg seelisch abgestumpfte Hauptmann ist, der in den Armen einer schönen Witwe endlich wieder Menschlichkeit verspürt, oder der Pfaffe, der um alles in der Welt das Dorf vor den äußeren Zugriffen schützen möchte dadurch aber selbst zu einem Mörder pervertiert.

"Cinema" hat diesen Film als "Epos mit hoffnungslos überladener Friedensbotschaft" bezeichnet, doch dass ist er nicht, vor allem nicht im Grundgerüst. Denn ein verklährtes Happy-End á la Pocahontas braucht hier niemand zu erwarten. Keiner, ausser dem Hauptmann und Vogel ist sich der Bedeutung dieses Stücks vom Himmel in dem sie sich befinden bewußt. Und auch denen wird es am Ende nicht gegönnt. Vielmehr ist es eine Parabell über den Einbruch der Zivilisation in die Unschuld der Natur. Und auch ein Historienfilm der uns über die Greuel des 30-jährigen Krieges in drastischen, brutalen aber auch wunderschönen Bildern informiert.
Erwähnt sei hierbei auch der stimmungsvolle und schöne Soundtrack.
Cain und Sharif spielen wie gewohnt superb, und auch die anderen Darsteller, allen voran Nigel Davenport und Florinda Bolkan können gut überzeugen.

Ein blutiger aber auch anrührender Film der einen Teils vergessen macht dass die Handlung vor vielen hundert Jahren stattfindet.

8,5/10 pts.

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