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Ein trotz prominenter Besetzung (Michael Caine und Omar Sharif) weitgehend unbekannter  und leider auch verkannter Film. Die Handlung ist während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1643 im Gebiet der heutigen Schweizer Alpen angesiedelt. Dem ehemaligen Lehrer Vogel (Sharif) gelingt es, den eingangs des Films mit erschreckender Realität dargestellten Gräueln des Krieges zu entkommen und in einem abgelegenen Tal Zuflucht zu finden, wo er allerdings kurz nach seiner Ankunft von einem Söldnertrupp unter Führung des Hauptmanns (Caine) aufgespürt wird. Vogel gelingt es, den Hauptmann von dessen Absicht abzubringen, das Dorf zu plündern und er kann ihn überzeugen, in dem Tal mit seinen Soldaten Winterquartier zu nehmen.    Trotz der völlig unterschiedlichen Charaktere des Hauptmanns als skrupellosem Machtmenschen„Wenn es nötig ist zu töten, töte ich, ohne Gewissensnot,“ und dem Pazifisten und Gewalt verachtenden Vogel „Wisst Ihr keine andere Antwort Hauptmann als töten?“ wird ihre Beziehung zueinander doch von gegenseitiger Achtung und Respekt getragen, aber auch von dem Bewusstsein, dass sie aufeinander angewiesen sind. Denn Vogel braucht den Hauptmann und die Soldaten für seinen Schutz und den des Dorfes, während sich Vogel dank seiner rhetorischen Begabung als idealer Konfliktlöser zwischen den Soldaten und den Dorfbewohnern zeigt. In diese Zweckgemeinschaft eingebunden sind weiter der mächtige, aber opportunistische Dorfälteste Gruber (Nigel Davenport) und der religions-fanatische und deshalb gefährliche Priester (Per Oscarsson), die sich allesamt bemerkenswerte und gehaltvolle Dialoge zum Thema Religion und Moral liefern.   Insgesamt eine sehr gekonnte Mischung aus Aktion und Anspruch. John Barry hat dazu einen ungewöhnlich stimmigen  Soundtrack komponiert, der die düstere Grundstimmung des Films perfekt begleitet. Die Chöre hat Barry sogar in deutscher Sprache geschrieben nach Texten des mittelalterlichen Dichters Andreas Gryphius. An diesem Beispiel wird deutlich, wie ambitioniert und sachkundig Regisseur James Clavell und sein Stab zu Werke gingen. Der mehrfache Oskarpreisträger Michael Caine hat den Film einmal als einen seiner besten bezeichnet, völlig zu recht !  Die hier und dort zu lesenden negativen Rezensionen basieren meist auf dem Verriss im Lexikon des internationalen Films, das seinen Ursprung in der katholischen Filmarbeit hat und seinerzeit offenbar Schwierigkeiten mit den teilweise antireligiösen Tendenzen des Films hatte - der Hauptmann zum Priester: "Einen Gott gibt es nicht, es hat ihn nie gegeben, er ist eine Legende" - . und den Film völlig zu unrecht als Mischung aus Kostüm- und Heimatfilm abtat. Der Streifen bedarf daher dringend einer Neubewertung - auch in diesem Standardwerk!

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