Der Journalist Joe Frady wittert nach der Ermordung eines US-Senators eine Verschwörung. Seine Recherchen führen ihn zu einer geheimnisvollen Organisation namens Parallax, die offenbar gezielt Attentäter rekrutiert. Je tiefer er vordringt, desto mehr verliert er die Kontrolle über die Situation.
Mit diesem Film setzte Alan J. Pakula seine sogenannte Paranoia-Trilogie fort, die mit Klute begann und später mit Die Unbestechlichen abgeschlossen wurde. Anders als der präzise inszenierte Abschluss wirkt Zeuge einer Verschwörung jedoch wie das schwächste Glied der inhaltlich nicht verbundenen Reihe. Die eigentliche zentrale Komponente, das Gefühl allgegenwärtiger Bedrohung und Unsicherheit, das zu der Zeit viele Menschen in den USA empfanden, bleibt hier viel zu unterentwickelt und überträgt sich überhaupt nicht auf die Zuschauenden.
Dabei bringt der Film eigentlich einiges mit. Warren Beatty kehrte nach einer politisch motivierten Pause vor die Kamera zurück. Die Vorlage von Loren Singer wurde jedoch unter anderem aufgrund von Verzögerungen durch einen Autorenstreik stark verändert, sodass vom Roman letztlich nicht viel übrig blieb. Insbesondere die psychologische Tiefe und die gesellschaftliche Schärfe wurden wohl deutlich abgeschwächt.
Inszenatorisch ist das alles ordentlich gemacht und von Gordon Willis solide fotografiert, aber mehr als das ist es letztlich auch nicht. Pakula setzt auf überlebensgroße Schauplätze, lässt seinen Protagonisten so oft klein und verloren wirken. Und er nutzt bewusst amerikanische Wahrzeichen und Farbwelten, um den Film visuell zu verankern. Einzelne Sequenzen, etwa ein Zweikampf an einem Staudamm oder eine Verfolgungsjagd, deuten durchaus an, welches Potenzial vorhanden war. Doch genau diese Momente bleiben isoliert und entwickeln keine nachhaltige Spannung. Trotz sichtbarer Ereignisse fehlt es dem Film an echten Höhepunkten, was insbesondere für das distanziert wirkende Finale gilt, das so gar nicht zu packen vermag.
Auch schauspielerisch bewegt sich das Ganze auf solidem Niveau. Beatty spielt routiniert, das Ensemble funktioniert, doch die Figuren bleiben erstaunlich konturlos. Emotionale Bindung will nicht aufkommen, und so verpuffen auch dramatische Entwicklungen weitgehend wirkungslos.
Hinzu kommt, dass der Film viele bekannte Genre-Versatzstücke recht unreflektiert übernimmt. Statt eine wirklich beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, wirkt das Geschehen oft zu schematisch und vorhersehbar. Gerade im Kontext der 70er-Jahre-Paranoiafilme fällt auf, wie wenig intensiv hier das Gefühl von Misstrauen und Kontrollverlust tatsächlich transportiert wird.
Ein visuell ordentlicher, solide gespielter Politthriller mit interessanter Ausgangsidee, der jedoch erzählerisch blass bleibt. Trotz vereinzelter Actionmomente fehlt es an Spannung, Tiefe und vor allem an echter Paranoia. Innerhalb der losen Trilogie klar der schwächste Beitrag – und insgesamt eher enttäuschend und uninteressant.