Review

Jacky Wu schlägt wieder zu – 12.12.2007

Man möge mir diesen kleinen Kalauer verzeihen, doch der Hauptdarsteller war mir bisher nur als gegenspieler von Fonnie Yen in Sha Po Lang bekannt. Dort wie hier verzückte er durch perfekte Kampfkunst, gepaart mit überragender Schnelligkeit, und so war ich sehr erfreut, als ich hörte, daß man nun einen Film gedreht habe, der ganz viele knackige Kampfsequenzen mit Wu beinhaltet und sich deutlich an den Vorlieben der Kampfsportfilmfreunde der früheren Achtziger orientiere. Doch das fertige Produkt kann die Vorfreude zu keiner Zeit bestätigen, denn wir sehen viel öfter Familiendramen nach Art von „Leon“ mit van Damme als knackige Action im Stile von „Bloodsport“ – ebenfalls mit van Damme. Schade, sehr schade, denn man wird derzeit wieder stiefmütterlich behandelt, wenn man sich als Freund des eher einfachen Film zu erkennen gibt – die Studiobosse wollen lieber Mischungen, statt einfach mal wieder nur auf die Zwölf zu geben.

Wu nun gibt Kong, Mitglied der chinesischen Kung-Fu-Nationalmannschaft. Diese aber hat gerade Trainingspause, also kann und muß man sich nach einem anderen Job umsehen. Zum Glück kommt ein passendes Stellenangebot daher – Wu möge in illegalen Fights mitwirken. Das lehnt er zunächst ab, aber da auch noch ein Mädel mittun darf, sagt er auf deren Anraten doch zu, um schnell die ersten Kämpfe zu gewinnen. Und ab hier geht der Film leider einen schlechten Weg. Statt sich an den irgendwie recht ähnlichen „Pit Fighter“ anzulehnen, werden Nebenplots aufgetan, die vor Küchenpsychologie und darstellerischem Unvermögen sowie unlustigem Humor nur so strotzen. Wollte man es da dem Asiaten wieder recht machen? Welchen Sinn haben die Dialoge von Kongs Freundin und einer Prostituierten? Und was hat das alles mit Kämpfen zu tun?

Nichts, und sehr schnell gehen einem die Nebenfiguren gewaltig auf die Nerven, zumal sie die Geschichte ständig verlangsamen und am ende dann noch ein aufgesetzt blutiges Finale verursachen, verschuldet durch einen völlig unverständlichen Selbstmord. Man tippelt nervös mit den Fingern auf der Stuhllehne, wenn ein Fight vorbei ist, denn es dauern gerne einmal quälend lange, bis sich wieder geprügelt werden darf. Dazwischen Dialoge des Grauens, Fratzengeschneide und dumpfes Starren des Mädchens mit dem einen Gesichtsausdruck. Das alles ist so schade, denn die Kampfsequenzen sind wieder einmal atemberaubend. Den Drahtseileinsatz merkt man nur selten, dafür bewundert man die Gewandtheit von Wu, die spektakulären Sprungtritte und rasend schnellen Faustschlagfolgen. Doch die beliebige Story hält den Film immer wieder an, nichts gegen Drama – Filme wie „Bittersweet Life“ haben zu recht dramatische Momente – aber das vermeintliche Drama dieses Streifens hier sind die mitwirkenden Damen und der Clown. Und nur für die zahlreichen Kampfsequenzen gibt es Punkte – also den Daumen immer auf der Vorspultaste lassen. 7/10.

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