Review

Illegale Untergrundkämpfe waren schon immer Feld des B-Movies und auch „Underground Fighter“ gehört trotz seines ansatzweise populären Hauptdarstellers eher in diese Kategorie.
So sieht der Film bereits billiger aus als Kollegen wie „Sha Po Lang“, „Flash Point“ oder „Invisible Target“ und versucht sich gar nicht groß an einem Storyaufbau: Fieselige Subjekte sehen den zum Kung Fu Nationalteam gehörenden Kong Ko (Jacky Wu) performen, bieten ihm Knete für Untergrundfights, doch er lehnt ab. Doch von der jungen Siu Tin (Mike Yeung), mit der er ausgeht, wird Kong schließlich überredet teilzunehmen. Die anfängliche Angst deswegen aus dem Nationalteam ausgeschlossen zu werden, wird mit keinem Wort mehr thematisiert und tatsächlich ist unklar, ob Kong überhaupt noch dort aufkreuzt.
Nach einem ersten Sieg bringt man Kong und Tin (warum auch immer) bei dem Kleingauner Captain (Ronald Cheng) unter. Von diesem lernt Kong ein wenig über die Szene und deren unschöne Regeln, weshalb sich die Frage stellt, wie lange er dort durchhalten kann...

„Underground Fighter“ wirkt wie ein Rückschritt in jene Zeit als „Bloodsport“-Verschnitte wie „Fire Force“, „American Samurai“ oder „Shootfighter“ die Videoregale bestückten. Dementsprechend ist die Hintergrundgeschichte mal wieder herzlich egal, über weite Strecken dient sie eh nur dazu Kampfszene an Kampfszene zu reihen. Logische Entwicklungen sind da weniger gefragt, weshalb es immer wieder zu kaum vorbereiteten Momenten kommt, z.B. wenn Captain die Kurve kratzt, obwohl er an sich noch nicht genug Geld zur Umsetzung seiner Pläne hat usw.
Meist versucht sich „Underground Fighter“ in den Passagen zwischen den Kämpfen als Drama, in dem es um die Beziehung von Kong und Tin geht – leider ist Tin nicht unbedingt eine sympathische Figur: Sie macht Kong mehr oder wenig klar, überredet ihn zum Kämpfen und managet die Geldgeschäfte, während sich Kong andauernd kloppen muss, um ihr die Knete anschließend zu Füßen zu legen. *SPOILER* Da ist die finale Enthüllung dann wenig überraschend. Holprig hingegen die finalen Ereignisse, wenn Tin ihre Skrupel direkt in Selbstmord umsetzt, und das unerwartet brutale Finish, in dem Kong auf einmal zum Berserker mutiert. *SPOILER ENDE*

Doch trotz seiner leicht holprigen Dramaturgie, der man immerhin die Ambitionen zum Drama anrechnen muss, unterhält „Underground Fighter“ noch überraschend gut, was an den zahlreichen Kampfszenen liegt. Der inneren Logik des Films folgend werden diese immer spektakulärer, da der Herausforderer immer mehr aufbieten muss, um Kong schlagen zu können. Die Locations (Containerschiff, Club, unterirdische Halle) erinnern dabei an diverse US-B-Movies, doch es gibt wirklich spektakuläre Keilereien zu sehen, denn die Kämpfer haben wirklich ein großes Repertoire an Moves und Kampfstilen, was auch die Vielfalt in der Klopperei garantiert.
Jacky Wu ist ein echter Prügelvirtuose, schauspielerisch ist er da leider nicht ganz so gut. Einen Totalausfall stellt er zwar nicht dar, doch seine Performance beschränkt sich meist darauf nett und fügsam zu sein und dazwischen ein paar Kauleisten zu demolieren. Wirklich gut hingegen ist Ronald Cheng als Gauner mit Herz am rechten Fleck, während sich Mike Yeung noch Mühe gibt das Bestmögliche aus ihrer etwas einseitigen Rolle herauszuholen.

Für den Genrefan bietet „Underground Fighter“ ordentliche Unterhaltung, denn in den Kampfszenen bietet er zweifelsfrei Sehenswertes. Dazwischen hapert es dann leider, denn das anvisierte Drama funktioniert nicht und produziert diverse Längen.

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