„Das Geheimnis hinter der Tür" - ein Spätwerk von Fritz Lang, der ab 1934 Nazideutschland den Rücken kehrte und in Hollywood vorerst bei MGM unterkam. Damit ist auch der stilistische Dualismus des Films zu erklären: Irgendwo zwischen metaphorischen Expressionismus (Lang konnte sich in diesem Film nicht von seinen unverkennbaren Wurzeln im deutschen Expressionismus lösen, dem er u.a. mit „Metropolis" unvergessene Klassiker bescherte) und klassischem Hollywoodkino weiß der etwas behäbig inszenierte Plot mit Elementen der Freudschen Psychoanalyse nur streckenweise zu fesseln.
Zur Story: Die junge Amerikanerin Cilia (Joan Bennett) heiratet den Architekten Mark (Michael Redgrave) aus Liebe und zieht mit ihm auf sein Anwesen in England. Doch Mark verhält sich seltsam: Oft abwesend und aufbrausend verhält er sich gegenüber Cilia und seinem Sohn David aus früherer Ehe. Hat es mit seinem seltsamen Hobby zu tun, Zimmer von Verbrechen zu sammeln? Bei einer Party lüftet er dann die Geheimnisse der Zimmer - bis auf eines, welches er verschlossen hält und in dem sich eine ebenso mysteriöse wie mörderische Erinnerung aus Marks Kindheit versteckt...
Das große Problem des Films, sein Phlegma, offenbart sich schon, wenn man sich die Struktur des Films ansieht: Nach langen Dialogen und seltsamen Verhaltensweisen erhält der Film erst mit dem Rundgang durch die Zimmer seine psychoanalytische Dimension - und das geschieht nach knapp 50 Minuten. Danach erhöht sich das Tempo des Films: Marks Trauma um den Hass auf seine Mutter bekommt mehr und mehr Konturen, auch Spannung baut sich aufgrund unerwarteter Wendungen und der Rätselhaftigkeit zwar nicht kontinuierlich, aber über weite Strecken auf. Joan Bennett gelingt es dabei, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen und den unheilvollen Kulissen schauspielerisches Talent an die Hand zu geben. „Das Geheimnis hinter der Tür" trumpft dann noch einmal beim Finale etwas auf, ist aber dabei - zumindest für mich - logisch wenig nachvollziehbar (Warum legt die Bedienstete überhaupt den Brand?). Auch die Erklärung mit dem Mutterhass, der sich überträgt, wirkt aus heutiger Sicht allzu simplifiziert und nahezu schon konventionell. Was bleibt ist eines von Langs weniger gelungenen Werken, was in der Gesamtnote dennoch ein „gut" bedeutet.
Fazit: Ein gelungenes Spiel mit Licht und Schatten der angeknacksten Psyche. „Das Geheimnis hinter der Tür" erreicht jedoch nicht die Klasse von Fritz Langs früheren Werken. Ein spannendes, wenn auch phlegmatisches und teils langatmiges Thriller-Stück.