Review
von Leimbacher-Mario
Witchfinder Beautiful
„Stadt der Toten“, ein Witchcraft-Classic aus der zweiten britischen Reihe, zieht einen beachtlichen „Psycho“ ab (ohne zu Spoilern) und schmeckt diesen mit richtig viel Gothic-Nebel und Hammer-Grusel-Flair ab! Eine attraktive Studentin will mehr über Hexerei und Hexenverbrennung erfahren, sodass ihr Professor sie in ein abgelegenes, nebelverhangenes Örtchen namens Whitewood schickt, wo vor ein paar hundert Jahren wirklich eine berüchtigte Hexe auf den Scheiterhaufen gestellt wurde. Gefährlich nur, weil der Ort scheinbar immer noch von Flüchen, Satanisten und bösen Geistern unterwandert zu sein scheint...
„City of the Dead“ spielt irgendwo fabelhaft im nebeligen (dieses Adjektiv kann man bei diesem dichten Schauermärchen nicht oft genug benutzen!) Niemandsland zwischen Bava, Twilight Zone, Fulci und Hitchcock, mit britischem G'schmäckle versteht sich. Mit Legende Lee voll in seinem Element kann man selten etwas falsch machen, die Atmosphäre und Nebelschwaden sind zum Schneiden dicht, wer auf klassischen Gänsehautzauber steht, könnte hier kaum richtiger sein. Ein echter Geheimtipp, bei dem man an allen Ecken und Enden nicht nur saugut unterhalten und begruselt wird, sondern bei dem man sich auch fragt, warum er nie noch wesentlich höhere Bekanntheit erlangen konnte. Erst recht weil er sein gewagten Twist im gleichen Jahr (womöglich schon vorher!) wie Hitchcocks Meisterwerk auf die Leinwand zauberte. Sei's drum: „City of the Dead“ bleibt keine Minute zu lang, ist Eyecandy total und kann man als Fan von stilvollen Oldschool-Goth-Alpträumen nur feiern. Ich weiß nicht, was ihn davon abhalten würde, ein Klassiker zu sein...
Fazit: ein leider etwas untergegangenes Juwel des Brit-Gothic-Horrors, das mit mehr als nur dichtem Nebel, Chris Lee und verbrannten Hexen punkten kann. Der perfekte Film für eine stürmische Nacht, die dicke Bettdecke, Whiskey und/oder einen warmen Kakao! Die beste Art von „Schlechte-Nacht-Geschichte“!