Review

„Fu Manchu“ ist immer noch ein Schlagwort, auf das Gruselfans anspringen und so schlapp in unseren modernen Augen auch so mancher Grusler aus den seligen 30ern wirken mag, so erfrischend herb ist auch heute noch Karloffs Interpretation des östlichen Fieslings.

Man erkennt ihn kaum, wenn er als der düstere Chinese seine mörderischen Ränke schmiedet, ein Ming-Prototyp, wenn man so will.
Die Story, die um ihn herum gebastelt ist, wirkt dann auch wie eine Blaupause für all die Fantasy und Indiana-Jones-Spektakel der späteren Jahre. Wert- und Machtvolle Artefakte sind der Ausgangspunkt, hier das Schwert und die Maske Dschingis Khans, die aus dessen Grab geborgen werden sollen. Die Amis haben die Nase vorn, doch die Bösen setzen sie alle fest und foltern flott drauflos, bis der Held den Spieß umdreht.

Was „Fu Manchu“ so erfrischend macht, ist seine Originalität, die Vermeidung allzu bekannter Bilder. Obwohl wieder eine Art „Höllenmaschine“, die elektrische Strahlen verschießt, vorkommt, hat der Film genug Bilder anzubieten, die für die 30er gesehen im Gedächtnis bleiben. Angefangen bei einem in den Rücken geworfenen Dolch über das gigantische Skelett des Eroberers, aus dessen blankem Schädel eine Spinne kraucht, bis zur Einschmelzung des falschen Schwertes per Energiestrahl, was toll umgesetzt wurde.

Später gerät das Ganze zur Folterorgie, bei dem neben Fu auch noch dessen sadistische Tochter (Myrna Loy ganz fies und heiß!) mitmischt. Die heizt sich an Peitschereien auf, während Daddy die Opfer unter einer Riesenglocke quält. Der schon betagte Inspektor Nayland Smith dagegen entkommt mit Schmackes einem Krokodilverlies (schön realistisch getrickst), ehe der Held mit radikalen Mitteln erst den Verbrecher wegpustet und dann per Todesstrahl seine Hundertschaften von Gefolgsleuten auslöscht.

Knallbunten (obwohl s/w) und radikal, so ist dieses flotte Garn gestrickt, das nach gerade mal 70 Minuten auch schon mit viel Drive ausläuft und uns auch nicht mit Streckungen wie albernen Charakteren bzw. Comedyeinlagen foltert. Eine leckere Sache. (7/10)

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