Menschenjagd ist nicht erst seit der gleichnamigen Vorlage von Stephen King beliebter Stoff für Actionfilme. In dieser frühen Variante geht es sogar recht derb zur Sache und das lässt Actionfans ebenso auf ihre Kosten kommen, wie Freunde der etwas expliziteren Darstellung von Gewalt.
Irgendwann in der Zukunft werden Andersdenkende und Andersartige in eine Art Konzentrationslager gesteckt, um ihren Willen zu brechen. Dies geschieht auch mit den Gefangenen im Lager 47. Hin und wieder kommt es auch zu einer Menschenjagd, bei der Aufseher und andere Mitglieder der Oberschicht ihre neuen Waffen an ausgesuchten Gefangenen ausprobieren können. Doch die Flüchtenden wissen sich durchaus zu wehren.
Nach etwa der Hälfte des Streifens wird die Jagd eröffnet, bei der es zuweilen recht spannend zugeht. Bis dahin lernt man Wärter und Insassen kennen, damit die Zuordnung später nicht so schwer fällt. Dass hier raue Sitten herrschen, versteht sich von selbst. Da wird schon mal ein „Ballspiel“ mit Benzinkanistern veranstaltet und geschlagen und andeutungsweise vergewaltigt ohnehin.
Zur Sache geht es dann bei der Jagd: Fünf Jäger und fünf Flüchtende in der Gegend verstreut. Das bedeutet zunächst auch ständiger Schauplatzwechsel, was das Tempo noch ein wenig steigert, denn die Jagd gestaltet sich zunächst als ein wenig eindimensional. Beim Aufeinandertreffen der Kontrahenten wird aber ordentlich gesplattert: Zeh abreißen und zerkauen, Überfahren, ins Auge bohren und Kopf wegballern werden nicht gerade zimperlich dargestellt.
Komplett fehl am Platz ist der Wolfsmensch Al, überall beharrt und mit Vampirkontaktlinsen ausgestattet, wirkt seine Erscheinung nur lächerlich. Zumindest ist er für ein paar fiese Hiebe (einschließlich des eigenen blutigen Endes) zu gebrauchen.
Die übrigen Darsteller machen ihre Sache ganz okay, was allerdings auch nicht viel erfordert.
Eine interessante und ab der zweiten Hälfte auch recht spannende Variation von Menschenjagd, bei der es recht deftig zur Sache geht. Wer „Hard Target“ und „Surviving the game“ mochte, kann hier durchaus seinen Spaß haben.
7 von 10 Punkten