Brian Trenchard-Smith ist bis heute ein recht unbekannter Regisseur, obwohl er knapp vierzig Filme inszeniert hat. Doch seine Beiträge lassen meist an Qualität vermissen und sind großteils im B-Bereich angesiedelt. Von ihm ist beispielsweise der reaktionäre "Firebase" mit Wings Hauser, der dritte Teil der "Leprechaun" Reihe und auch der passable "Night of the Demons". Jüngst führte er bei "Air Force 2" mit Mariel Hemingway Regie. Mit "Insel der Verdammten" welcher den Originaltitel "Turkey Shoot" trägt, gelang im ein kleines Meisterwerk in Bezug auf die Menschenjagd. Zu Unrecht ist Smith bester Filmbeitrag kaum bekannt, doch die ungekürzte Cine Club DVD kann ich jedem Actionfan ans Herz legen.
In der Zukunft ist die Welt einem Terrorregime unterjocht. Alle Menschen sollen Werkzeuge dieses Regimes werden und dazu müssen sie in einer Art Konzentrationslager umerzogen werden. Bedingungsloses Gehorchen und Arbeiten sind die Ziele. Auch der Querulant Paul Anders (Steve Railsback) wurde eingefangen und kommt in ein abgelegens Lager, welches von seinem alten Erzfeind Charles Thatcher (Michael Craig) geleitet wird. Die Menschen dort werden wie Vieh gehalten, wer nicht gehorcht wird grausam bestraft. Einmal im Jahr veranstaltet Thatcher eine Menschenjagd. Als Opfer sollen Paul, Chris (Olivia Hussey), Rita (Lynda Stoner), Griff (Bill Young) und der vertrottelte Dodge (John Ley) herhalten. Natürlich ist dort auch jede Menge Geld im Spiel, denn ein paar ausgewählte Jäger lassen sich dieses Spiel etwas kosten. Die blutige Jagd hat schnell begonnen, kurze Zeit später sind nur noch Paul und Chris übrig. Doch sie drehen den Spieß herum und wagen einen Angriff auf das Lager.
Smith lässt sich eine Weile Zeit bis die Menschenjagd beginnt, vorher präsentiert er die Charaktere im Schnelldurchlauf und wie sie in das Lager kamen. Aber es fehlen viele Angaben zur Story. Wie kam es zu diesem Terrorregime, auch die Vergangenheit von Paul hätte mich interessiert und der Zusammenhang mit Thatcher. Leider kümmert sich Smith nicht um Details, sondern schreitet gleich zur Tat. Für die Umerziehung wurden Lager eingerichtet, welche sich bevorzugt auf Inseln befindet, von dort gibt es kein Entrinnen. Die Wächter sind Sadisten, vergewaltigen Frauen und spielen grausame Spielchen mit den Gefangenen. Eine Frau wird grundlos zu tode geprügelt, ein Mann welcher fast entkommen wäre, wird bei lebendigem Leib angezündet. Auch Paul bekommt Thatchers Grausamkeit bald zu spüren, nebst der hübschen Chris. Die erste halbe Stunde nimmt sich der Film nicht nur für die Charaktere, sondern um das Leben im Lager ausführlich darzustellen. Ausser ein paar Brutalitäten der Wächter gibt es hier auch noch keine Actionszenen. Doch mit Beginn der Jagd kommen Diese Non Stop. Die Jäger hetzen mit Fahrzeugen und Waffen hinter den Opfern her und metzeln sie brutal dahin.
Ob mit einer Flinte, Pfeil und Bogen, Einer hat sogar eine Art Wolfsmensch dabei, jedes grausame Mittel ist den Jägern recht um ihren Spass zu haben. Dabei gibt es einige Goreeffekte zu sehen wie Hände abhacken, ein Torso wird abgetrennt, ein Auge ausgestochen und auch eine Machete kommt zum Einsatz um einen Schädel zu spalten und zwei Hände abzuhacken. Die Todearten sind teils sehr graphisch und wirklich gut gemacht. Das Finale artet in einem langen Shootout mit vielen Explosionen und blutigen Einschüssen aus. Hier wird eine ganze Armee niedergerodet. Bis zum Abspann kann Smith das hohe Tempo halten, einige Sequenzen sind sogar ziemlich spannend geworden. Die Menschenjagd findet vor der hübschen Naturkulisse Australiens statt. Das Lager wurde extra für den Film gebaut und wird im Finale wieder in die Luft gejagt. Das eher geringe Budget sieht man dem Film zu keiner Sekunde an. Selbst die Darsteller machen einen guten Job. Steve Railsback kommt sehr charismatisch daher, Olivia Hussey schlägt sich auch sehr wacker und Michael Craig ist ein sympatischer Fiesling.
Rundum gelungen, auch wenn es der ersten halben Stunde an Tempo mangelt. Dieses Frühwerk aus den 80er Jahren wartet mit einer tollen Kulisse, passendem Score und jeder Menge Action, nebst Spannung, auf den Zuschauer. Auch die Darsteller liefern eine glaubwürdige Performance ab. Bei der Story gibt es nur kleine Ungereimtheiten.