Viele Lorbeeren hat Insel der Verdammten hier schon eingefahren und so wurde bereits eine Menge über den Film erzählt. Daß die Macher sich für das buchstäbliche Machwerk jedoch in Grund und Boden schämen und den Umstand, daß unter Anderem die Eröffnungsszene, die einen Hauch von 1984 wiedergeben sollte, um mehrere Seiten Drehbuch gekürzt, ziemlich dämlich darsteht, mit einer enormen finanziellen Einschränkung entschuldigen, wird hier zum Beispiel nicht berichtet.
Dabei erklären die der DVD beigefügten Erläuterungen in der Tat nachvollziehbar die deutlichen Schwachstellen von Insel der Verdammten, der sich realistisch besehen als alles andere als ein Video Nasty Klassiker zeigt. Aufgrund des fehlenden Prologs kaum nachvollziehbar, wofür das Umerziehungslager denn nun gut sein soll, gewinnt die Geschichte hier weder an Dynamik, noch können die prüden Versuche, weibliche Brüste vor die Kamera zu bekommen, überzeugen.
Natürlich gewinnt Insel der Verdammten durch den Menschenjagd-Plot, denn zumindest darf man nun wenige krude, jedoch technisch unausgereifte Splattereffekte bewundern. Ja sogar ein bis zwei gelungene Gags werden eingebaut. Das hilft dem lahmen Film jedoch nicht sonderlich weiter, denn obwohl eine Mischung aus Ernsthaftigkeit und Exploitationsgeist spürbar ist, kann Insel der Verdammten schlußendlich weder durch unfreiwillige Trash Komik, noch als kreativer Low Budget Splatter unterhalten.
Viel mehr erzeugen die Zusatzinformationen eine gewisse Tragik, weiß man doch nicht, ob das fehlende Budget tatsächlich für die mangelnde Qualität verantwortlich war, oder ob das Team einfach generell handwerklich schlecht war. Da wir jedoch in Zeiten leben, in denen man nicht auf jeden Blutstropfen angewiesen ist, welche man ergattern kann, sollte man sich Insel der Verdammten nicht schön reden, sondern lieber zu einer der vielfältig erhältlichen, besseren Produktionen greifen, sofern man denn gelungene Unterhaltung wünscht. Denn dieser Film eignet sich nur für Komplettisten unter den (Gewalt-)Filmhistorikern.