Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Die Regierung lässt keine kontroversen Gedanken mehr zu! Alle Subversiven, so werden Andersdenkende genannt, kommen in Re-Education-Camps zur Behaviour-Modification... Oder anders ausgedrückt: Ins Konzentrationslager, wo solange gefoltert, unterdrückt, misshandelt und mit dem Willen gebrochen wird, bis die Gefangenen wieder als "gute Bürger" entlassen werden können!
So geschieht es auch dem Subversiven Paul, der sich jedoch vorerst nichts gefallen lässt. Doch gegen das sadistische Regime des Lagerkommandeurs Thatcher hat er keine Chance...
Das Grauen beginnt aber erst wirklich, als Thatcher einige Freunde zur Menschenjagd einlädt! Der Deal ist einfach: Wenn es den auserwählten Gefangenen gelingt, bis zum Sonnenuntergang zu überleben, sind sie frei! Gelingt es ihnen nicht... Was wird der Jäger wohl machen, wenn ihm das Zielobjekt vor die Flinte läuft?
"Insel der Verdammten" ist ein, besonders in Grossbritannien, sehr kontrovers diskutierter Film. Dies mag wohl an dem Alternativtitel "Blood Camp Thatcher" liegen. Da der Regiesseur selber Brite ist kann eine gewisse Anlehnung an die damalige Regierung wohl kaum abgestritten werden!
Wie auch immer, mich interessiert natürlich mehr der Film selbst! Und der ist echt gut! Die Einleitungsstory ist sehr schnell erzählt, es dauert nur wenige Minuten und wir befinden uns mitten im KZ. Das war ursprünglich wohl vonm Trenchard-Smith nicht so geplant und nimmt dem Film einiges an seiner sozialkritischen Komponente, dafür steigt der Actionfaktor dadurch um einiges!
Also grad im Lager angekommen, stellen wir fest dass der Aufenthalt dort nix mit Urlaub im Centerpark zutun hat... Brutale Wachen, denen teilweise die Eier abgeschnitten wurden, damit sie noch aggressiver (!) werden, misshandeln und quälen die Insassen auf menschenunwürdige Art und Weise. Wer den Mund aufmacht hat sofort verloren!
Was sich Trenchard-Smith als Foltermethoden ausgedacht hat, ist echt nicht von schlechten Eltern... Da wären zum Beispiel das Stehen in einem Käfig, wobei mit den Händen ein riesiger Stein über dem Kopf gehalten wird. Wer nicht mehr kann ist platt wie eine Flunder!
Richtig heftig wird es dann natürlich, wenn Thatcher zur Menschenjagd einlädt! Allein seine Gruppe ist schon sehenswert: Eine Möchtegern-Robin-Hood-Perle mit Pferd und Armbrust, ein untersetzter hässlicher Vogel mit seinem Freund Alph, einem Wookie und natürlich Thatcher selber... Ein dreckiger Haufen!
Doch so erfolgreich wie erhofft wird die Menschenjagd nicht verlaufen, dessen sind wir uns schon im Vorhinein bewusst!
Ausgesprochen gelungen sind die Kulissen, die ein hochmodernes Konzentrationslager der Zukunft darstellen sollen. Gut, 1981 mag es noch einen visionären Touch gehabt haben, heute sieht es einfach nur noch nach 80ern aus... Aber das will ich garnicht kritisieren, es gibt dem Film halt einen gewissen Flair und zeigt, wie sich Trenchard-Smith die Zukunft vorstellt... Wenn auch ein wenig überspitzt!
Alles in allem ein cooler Film mit einer Story, die Hand und Fuss hat und dabei nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, sondern etwas aussagen will!
Die Schauspieler sind ganz ok, manche Szenen hätten ein bißchen mehr dampf haben können, aber alles in allem eine schöne Inszenierung, die ich mit 8/10 Punkten würdige!