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Trashcentration Camp


„Turkey Shoot“ vereint gleich mehrere Subgenres des Bahnhofsstadls in sich - dystopische Endzeit, Knastfilm, Menschenjagdthema. Australien wusste damals in Zeiten des Road Warrios halt, wie geiles und geballtes Genrekino der schwitzigeren Machart geht. In diesem klaren Hotpick des Outbackportofolios folgen wir ein paar von der Obrigkeit ernannten „Revoluzzern“ in ein barbarisches Gefängnis, wo gerne auch mal Menschen zum Spaß verbrannt oder anderweitig sadistisch in den Tod getrieben werden…

Was ein cooler, kranker Querschläger ist denn bitte schön „Turkey Shoot“?! Es gibt Qual und Unisexduschen, es gibt Naziaufseher und Schnurrbärte, es gibt halbierte und weggesprengte Körper, es gibt Menschenjagd a la „Battle Royale“ und sogar (völlig aus dem Nichts!) einen menschenfleischfressenden Freak, wie frisch von Dr. Moreaus Insel. Ich hab mich weggeworfen! Das erinnert an Woman in Prison-Dreckschleudern genauso wie an hochkarätige Kost a la „Papillon“. Und das alles in 90 Minuten. Hätte ich dermaßen kompetent, mitreißend und tonal fast schon episch unterlegt (der Score erinnert bestimmt nicht unabsichtlich etwas an „The Great Escape“) nicht erwartet. Alcatraz trifft Pazifik, Hitzewelle trifft Blutdusche, Perversität trifft Seriösität. Ein Rausch für die geplagten Sinne! 

Fazit: eine Granate! Camp, cool, chaotisch. „Turkey Shoot“ zeigt einmal mehr, dass Australien in Sachen Endzeit und Bahnhofskino zu der Zeit voll drauf war! 

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