Review

Gesamtbesprechung

An ihm scheiden sich die Geister. Die einen können über seinen Proll-Humor aus voller Kehle lachen, andere hingegen betrachten ihn als einen der peinlichsten Komiker, die Deutschland überhaupt hat: Tom Gerhardt. Und für wahr, sein Humor schwankt wirklich. Während seine Proll-Comedy "Voll Normal", trotz derben Humor, noch ein recht witziges Filmchen geworden ist, so gehört "Ballermann 6" ganz oben auf die Peinlichkeitsliste "deutscher Komödien"! "Hausmeister Krause" bietet nun Gerhardts Hauptfiguren, dem Hausmeister Dieter Krause und seiner Familie, eine ganze Sitcom-Reihe. Und im Gegensatz zum Mallorca-Streifen kann diese Hausmeister-Comedy wieder voll auf überzeugen und dürfte mit zu dem Besten gehören, was es im heutigen deutschen Sitcom-Einerlei so gibt.

Hauptsächlich dazu beitragen natürlich die Figuren, die wohl, selbstverständlich hoffnungslos überspitzt, aus dem typischen "kölner Wohnzimmer" entnommen wurden, so wie man es aus altbekannten Klischees kennt.

Da wäre als erstes Bommelmützen-Träger "Tommy" (wunderbar: Axel Stein), Fan von Horror- und Pornofilmchen, der natürlich allerhand Blödsinn im Kopf hat und immer auf der Suche nach seinem "ersten Stich" zu sein scheint.
Dann die scharfe "Carmen", Schwester von Tommy, die ihren Bruder wie die Pest hast und anscheinend kein Klischee des typischen kölschen Mädchen auszulassen scheint.
Dann natürlich "Lisbeth", Diethers Frau, die auch nicht gerade die Hellste ist und die typische Hausfrau von Nebenan wiederspiegelt.
Und dann natürlich "Diether", ein griesgrämiger, ziemlich bösartiger Zeitgenosse, der seinen Dackel mehr liebt als seine Familie und nicht nur rein zufällig an "Ekel-Alfred" erinnert. Mit seinen ewigen Nörgeleien und Beschimpfungen reist er sich, und des öfteren auch seinen geliebten Dackelclub, jedes mal ins Verderben.

Allesamt ergeben sie einen munteren Haufen Spießgesellen, die die typische Kölner- bzw. deutsche Familie locker aufs Korn nimmt und heftig persifliert! Dazu kommt noch der typische kölner Slang, der vor allem Carmen auf den Lippen liegt.

Die Gags der Serie sind eigentlich durch die Bank weg gelungen. Natürlich sind die Jokes allesamt nicht von der zimperlichen Sorte, sondern teils wirklich deftig und des öfteren nahezu an der Grenze zum Kalauer. Trotzdem kann man oft über sie schmunzeln, wenn man nicht sogar manchmal kräftig Lachen kann. Zwar gibt es auch hier immer wieder ein paar Blindgänger und manchmal übertreibt man es auch mit der Derbheit der Gags, doch größtenteils kriegt man genau das geboten, was man von einer Sitcom erwarten kann!

Storymäßig wird natürlich nichts Überragendes geboten, aber das sollte man von einer Sitcom dieser Art auch nicht erwarten!

Und was die Darsteller betrifft, da kann man wirklich voll zufrieden sein. Gerhardt stellt seinen verblödeten Charakter wirklich glänzend da und Axel Stein spielt seinen Tommy so, wie man es von einem guten Jung-Darsteller erwarten darf! Und sexy Janine Kunze als Carmen ist sowieso jedes mal das Einschalten wert!;)

Fazit: Zwar recht derbe aber dennoch wahnwitzige Sitcom, die durch ihre tollen Figuren und der Veralberung (angeblich) typisch kölscher Lebensweisen sehr gut zu unterhalten weiss. Auf dem Feld der neuen deutschen Sitcom unangefochtener Spitzenreiter, wenn nicht sogar die einzige Serie ihrer Art die man sich überhaupt ansehen kann! Nichts weltbewegendes, nicht kultiges, aber für den gemütlichen Comedy-Abend sehr zu empfehlen, vorausgesetzt man gibt Tom Gerhardt eine Chance!

Wertung: 7/10

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