Review

Haarige Erdbeertage


Eine moderne Werwolfgeschichte. Nein, ein moderner Werwolfklassiker! Nicht weniger ist „Ginger Snaps“ über zwei recht düsteren Teenage-Außenseiterinnen in einer sauberen, scheinheiligen amerikanischen Kleinstadt, deren Pubertät nicht ganz unzufällig mit dem Aufeinandertreffen mit einem Lykanthropen fällt...

„Ginger Snaps“ ist eine famose Mischung aus damals noch angesagtem Jugendhorror und klassischen Gruselmotiven. Lon Chaney Jr. wäre darüber genauso froh wie Wes Craven und die Jungs und Mädels aus der „Scream“-Reihe. Grunge-Vibes, zwei tolle, authentische, rebellische Mädels, sowohl den Bodyhorror eines solchen „Virus'“ als auch den ganz alltäglichen Teenage-Horror ideal eingefangen. „Ginger Snaps“ macht Spaß und Angst, er atmet noch jede Sekunde 90er-Feeling und sogar seine zwei Fortsetzungen (Sequel und Prequel) bringen noch genug auf die Wage, um sie nicht links liegen zu lassen. Daher gehört „Ginger Snaps“ ohne geringsten Zweifel zu den besten, bissigsten, nachhaltigsten Vertretern seiner Rasse. Und das Finnish ist nicht weniger als tragisch und niederschmetternd, obwohl es zwischendurch immer wieder gelungene morbide Humoreinschübe gibt, die das düstere Treiben auflockern. Hier passt sehr, sehr viel und diese krallige Coming-of-Fell-Geschichte hat ebenfalls zweifellos massive Spuren hinterlassen, die man von „Jennifers Body“ bis „Raw“ spüren kann. Filigraner Feminismus, ohne dass man stundenlang auf ihn hinweisen muss. Plus eine handgemachte (Slowmo-)Verwandlung, die sich mit den Besten messen kann. 

Fazit: animalische Menstruationsprobleme. „Ginger Snaps“ brilliert sowohl als Werwolfreisser sowie als Pubertätsdrama, war seiner Zeit unanständig voraus und ist noch immer ohne Frage Pflichtprogramm was haarige Horrorunterhaltung angeht. Bissig, böse, biestig! 

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