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Kaum avancierte der Extremgrusler "Ring" in Japan zu dem Horrorhit der letzten Jahre, schon war es an Regisseur Hideo Nakata ein Sequel nachzuschieben. Das eigentliche, dem Kanon der Buchvorlage folgende Sequel "Rasen" wurde vom Publikum ignoriert, also musste Nakata an bekannte, vertraute Muster anknüpfen.

"Ring 2" startet eine Woche nach den schrecklichen Geschehnissen des Originals. Nakata macht es dem Zuschauer nicht einfach, Erklärungen oder eine Zusammenfassung bezüglich der Ereignisse aus "Ring", liefert er uns nicht, er konfrontiert uns gleich mit der vollen Storytiefe der Geschichte. Und so ist der Anfang auch ähnlich gruselig, wie der erste Teil. Anstatt leider mehr Mysterien um das verwunschene Videotape, dessen Austausch an einen Reporter und das erneute Ansehen zu den besten Szenen gehört, zu spinnen, versucht "Ring 2" zu erklären, was der Vorgänger im Unklaren ließ.

Die Hauptfigur spielt diesmal Miki Nakatani alias Mai Takano, die wir schon im ertsen Teil in einer Nebenrolle sehen konnten. Sie kommt dem Ursprung des Bösen auf der Spur. Ein Professor erklärt Gründe der Macht, die der Fluch hat, und warum manche Menschen so unkontrolliert phantastische Dinge tun können. Und da bricht der Film aus, und geht in eine andere - leider falsche Richtung. Es wird erklärt, dass der kleine Yoichi in Verbindung mit Sadako steht, und dass auch er die böse Kraft in sich trägt. In absurden Experimenten und surrealen Szenerien, die zwar alle spannend und interessant in Szene gesetzt sind, aber einfach nicht zu dem Anfang des Films passen, wird Nakatas Geschichte zu verwirrend, zu psychotisch. Das Gespenstische ist der Technik gewichen. Der klare, düstere, kalte Horror der erklärten, kalkulierten Gegenmaßnahme.

"Ring 2" ist nicht schlecht. In seinen besten Momenten ist er ähnlich schockierend wie sein Vorgänger, jedoch ist er "nur" ein bemühtes Sequel, das sich damit begnügt, kläglich neue Aspekte in die Story einzufädeln. Dies gelingt leider im - dennoch furiosen - Ende gar nicht. Und auch die Schlußpointe ist abzusehen. Insgesamt sicherlich besser als die meisten trashigen Horror-Möchtegern-Mystersgrusler, aber gemessen an dem überwältigend guten Original, weitaus schwächer.

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