Nun ist schon eine gewisse Zeit nach meiner letzten Rezension vergangen. Es liegt wohl daran, dass ich mich neuerdings ein wenig mehr auf Filmklassiker fokussiert habe, die für ein stabiles cinematographisches Wissen unumgänglich sind. Am heutigen Tag möchte ich eine kleine Ausnahme machen und über einen japanischen Exploiter sprechen, der den ansprechenden internationalen Titel "SEX HUNTER" trägt.
Eine junge Ballerina begibt sich in eine private Schule, in der das Ziel verfolgt wird ihren Tanzstil zu perfektionieren. Zumindest glaubt sie diese offizielle Version. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Erziehung zur sexuellen Freizügigkeit; die jungfräulische Protagonistin muss sich zu einer verkommenen Lustmachine entwickeln. Aus welchen Gründen das Ganze passiert, möchte ich selbstverständlich nicht verraten.
Pink-Filme überzeugen meistens durch hervorragende Bilder, die sich vor so manchen Arthaus Produktionen nicht zu verstecken brauchen. Auch der Film SEX HUNTER bildet in diesem Kontext keine Ausnahme, sondern vermag es allein schon durch die Ästhetik des Gezeigten den Zuschauer zu faszinieren. Abwechselnd sehen wir immer wieder idyllische Landschaftsaufnahmen, die die sexuelle Freizügigkeit in den Mauern der "Schule" konterkarieren.
Unsere junge Protagonistin wird immer wieder von unterschiedlichen Männern "bestiegen" und entwickelt im Laufe der Zeit einen Gefallen daran. Selbst die Malträtierung einer ihrer Körperöffnungen mit diversen Cola-Flaschen findet sie am Ende des Films nicht mehr so problematisch. (Was wird denn hier für ein Frauenbild vermittelt?)
Es soll an dieser Stelle jedoch nicht verschwiegen werden, dass der Film an Blödsinnigkeit schwer zu übertreffen ist. Von der Moral am Ende des Films ist mir fast das Essen aus dem Gesicht gefallen.
Erstaunlicherweise kann ich mich auch nach diesem erneuten Versuch nicht mit den Sexploitation-Filmen aus Japan anfreunden. Ähnlichkeiten weisen die Pinkies zu den westlichen Genrevertretern in Bezug auf die haarsträubende, infantile Moral und dem problematischen Frauenbild auf. Dennoch bleibt nach der Sichtung ein fader Geschmack zurück, der sich einfach nicht verflüchtigt.
Es wird wenig geboten, was das Exploitationherz in die Mitte trifft: Eine ziemlich drastige Vergewaltigung mit Cola-Flaschen und that´s it. Der Rest ist einfach standard Sickness aus dem fernen Osten.
Exploitation mit gelackten Bildern ist einfach nicht mein Ding. Aus diesem Grund freue ich mich auch nicht immer auf einen Film von Jean Rollin...