Review

Melancholie in Moll


Untermalt von wunderbarer klassischer Musik, ohne Worte auskommend, zündet ein kleines Strassenmädchen im kalten Winter Russlands, zur Weihnachtszeit, ihre Streichhölzer an, sich sehnend nach anhaltender Wärme und Liebe, einer Familie und einem Dach über'm Kopf...

Die Geschichte von Hans Christian Andersen hat über die Jahrzehnte schon viele Umsetzungen und Interpretationen erfahren - dieser Disney-Kurzfilm dazu ist allerdings schwer zu toppen. Exquisit und weich, detailverliebt gezeichnet, man spürt förmlich Schnee und Kälte. Die „Nocturne“ als Stück schmiegt sich mit seinen russischen Vibes perfekt um die Optik und Themen. Alles fließt, alles träumt, alles hofft. Und alles weint am Ende. Obwohl hier selbst in der traurigsten Auflösung genug Poesie und Wärme gefunden wird, dass man trotz der dicken Träne dennoch nicht böse sein kann. „The Little Matchgirl“ ist ein Sankt Petersburger Hüttenzauber, ein vollkommen treffendes Verlassen auf Gefühle und Emotionen, wie man es damals eher von Pixar als von Disney gewohnt war. Große Kunst und einer der besten animierten Shorts da draußen. 

Fazit: Disney wurde selten trauriger und poetischer. Unterlegt mit einem klasse Stück Klassik, überragend gezeichnet und mit einem Ende, das keinen kalt lässt - „The Little Matchgirl“ ist Kurzfilmmagie, wie sie von Disney dieses Jahrhundert bisher selten kam. Bezaubernd! Niederschmetternd! Wundervoll! 

Details
Ähnliche Filme