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Das Raumschiff Argos landet auf einem unwirtlichen Planeten Not, von dem die Besatzung unerklärliche Signale empfangen hat. Sie finden das Raumschiff Galliot vor, dessen Besatzung tot zu sein scheint. Doch schnell schon bemerken sie, dass unheimliche Wesen sich der Körper der toten Raumfahrer bemächtigen und es auch auf sie abgesehen haben. Das könnte dem Science-Fiction-Fan in Grundzügen bekannt vorkommen, denn man munkelt, die Drehbuchautoren von Ridley Scotts Meisterwerk "Alien" hätten sich von Mario Bavas B-Movie inspirieren lassen. Tatsächlich hält Maestro Bava sein Planetenabenteuer in dunklen, wenn auch farbenfrohen Tönen, wunderbar sind die Studiobauten des Planeten in ein surreales, fremdartig wirkendes Licht getaucht. Ungewöhnlich für die damalige Zeit ist vor allem die düstere Grundhaltung, mit der das Drehbuch das Aufeinandertreffen der wackeren Erdlinge mit den Ausserirdischen schildert. Von Verständigung wie in der damaligen "Star Trek"-Serie beispielsweise keine Spur. Etwas schade ist die komplett vernachlässigte Charakterzeichnung der Besatzung, Bava verschwendet auch nicht eine Sekunde damit, menschliche Aspekte untereinander herauszuarbeiten. Das führt zu einem zwar ansehnlichen Werk, doch einer gefühlten Egalhaltung gegenüber den Geschehnissen. Für den Trashfan ist das vielleicht nebensächlich, wenn sich die Protagonisten mit Strahlengewehren und Assimilation das Recht zum Überleben streitig machen, ulkig ist auf jeden Fall, wie das Vampirthema in den Weltraum befördert wird. Denn es handelt sich nicht um Blutsauger, sondern um geistige Wesen, die gleich den ganzen Körper annektieren, Blut gibt es trotzdem etwas zu sehen. Dennoch geschickt baut Bava, eher bekannt für seine irdischen Horrorfilme, einige nur zu klassische Themen ein, wie zum Beispiel eine Auferstehung der Vampire aus Gräbern oder schlicht die stets neblige Atmosphäre des feindlich wirkenden Planeten. Damit gehört "Planet Der Vampire" wahrscheinlich zu einem der ersten Filme, die das Kunststück vollbringen, den klassischen Grusel und futuristische Elemente miteinander zu verbinden und dabei ein stimmiges Filmchen zu schaffen, das für den Grusel-Trash-Fan auch heutzutage einen Genuss darstellt. Was man nicht erwarten sollte, sind Spezialeffekte, die wegweisend sind, aus heutiger Sicht wirkt da einiges zwar effektvoll doch stets in der charmanten Einfachheit durchschaubar. Sowohl die Story, basierend auf Renato Pestriieros "One Night of 21 Hours" begeistert, als auch die filmische Umsetzung mit exzellenten Bildern aus den legendären Cinecitta Studios.

Fazit: Ein weiteres Must-See von Mario Bava, der modernen Sci-Fi-Blockbustern einiges vorwegnimmt. Für Cineasten ähnlich wichtig wie Bavas "Bay Of Blood" beispielsweise. 7/10 Punkten

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