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Mittlerweile schickt die „World Wrestling Entertainment“ regelmäßig ihre kämpfenden Kleiderschränke auf die Leinwand, um dem geneigten Zuschauer irgendeinen filmischen Driss zu verkaufen, der erstaunlicherweise auch noch unterhalten kann.
Immerhin: Besser Sportler versuchen sich als Schauspieler, als dass Schauspieler Politiker werden. Wie komme ich darauf? Ach ja, Schwarzenegger und „Running Man“, das Teil hier hat ziemlich viel davon und auch von „Battler Royale“ und…

…vielen anderen Szenarien, in denen Wettkämpfer gegeneinander antreten, bis zum Schluss nur noch einer am Leben ist. In diesem Fall hat ein Medienmogul Knastinsassen aus aller Welt freigekauft und lässt diese auf einer Insel im Südpazifik gegeneinander antreten. Über einen Zeitraum von 30 Stunden, während die Kämpfer mit Fußfessel-Bombe ausgestattet sind und rund 300 Kameras das Treiben via Internet übertragen.

Als Held wurde der Wrestler Steve Austin auserkoren, der den Jack Conrad, einen ehemaligen US-Soldaten für Super-Sondereinsätze der Regierung verkörpert. Und wie er das verkörpert, - mit gefühlter 250-Kilo-Muskelmasse stampft er da über die nett gefilmte Insel und gibt bei jeder Begegnung mit einem anderen Kämpfer den Pazifisten, der grundsätzlich jede Attacke ohne Gegenschlag abwickelt. Bis natürlich die ganz fiesen Jungs kommen und ihn zum Handeln zwingen. Unterdes mischen noch ein Ex-Soldat als Antipathie-Träger, ein Asiat, mit dem sich der Fieserich verbündet, sowie zwei Tussen (eine davon mit einem weiteren Kandidaten liiert) und ein paar frühe Opfer mit. Einer erlebt erst gar nicht den Aufenthalt auf der Insel, da er vom Helikopter aus ungeschickt abgeworfen und aufgespießt wird.

Mit Charakterzeichnung ist da natürlich nichts, man wohnt stereotypen Figuren bei, die jedes Klischee ihrer Erscheinung erfüllen, auf dass der Asiat ein recht windiger Bursche ist, eine Frau ganz unauffällig und ohne Kampf die Bombe bei einem Typen auslöst und der Oberschurke erwartungsgemäß zu Vergewaltigung und Folter neigt, während er fies grinsend Zigarillo raucht und abgeworfene Hilfspakete nicht ganz zufällig als erster erreicht.

Angereichert wird das stimmige Inselszenario mit weitaus weniger ansprechenden Nebenhandlungssträngen, denn das FBI hat nach einer Weile Internetübertragung Wind von der illegalen Sache bekommen und die Frau des Helden macht sich natürlich auch Sorgen, weil ihr Kerl sich seit einem Jahr nicht mehr bei ihr gemeldet hat, - sie konnte ja nicht ahnen, dass ihr treudoofer Muskelprotz indes im Gefängnis in El Salvador saß, weil er seinem Land gegenüber ja so was von loyal ist.

Nicht ganz so loyal zeigen sich im Verlauf der Veranstaltung einige Mitarbeiter der Aufnahmeleitung, wobei hier gegen Ende sogar die Moralkeule ausgepackt wird, was im Kontext reichlich deplatziert wirkt.
Immerhin führt das zu einem nicht unerheblichen Blutbad im Sendezentrum, wobei wirklich harte Szenen weitgehend fernab der Kamera vonstatten gehen.

Im Fokus stehen jedoch die zeitlich gut platzierten Fights, die mit solider Choreographie punkten, auch wenn die Kamera zuweilen ein wenig hektisch fuchtelt und manches Mal nicht so recht die passende Distanz zu den kämpfenden Figuren findet.
Im Verlauf kommen auch einige Waffen wie Messer und Gewehr zum Einsatz, was den Konfrontationen ein wenig Abwechslung beschert. Dazu ein paar nette Explosionen, - schließlich werden die Teilnehmer nach und nach reduziert, sowie der unumgängliche Finalkampf zwischen Gut und Böse, der ein wenig zu unspektakulär ausfällt.

Unterm Strich bleibt ein B-Actioner, der mit viel Naivität und anspruchsloser Schwarz-Weiß-Malerei punktet. Einer, bei dem niemand mit darstellerischem Können auffällt, und einer der mit seiner einfallslosen Story trotz zu lang anmutender Laufzeit von rund 112 Minuten recht unterhaltsam abläuft.
Eigentlich nichts fürs Kino, sondern eher für daheim, um dem Helden im Kreis Gleichgesinnter ein paar fiktive Anekdoten anzudichten, - genug Platz bietet sein Körper ja.
7 von 10

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