In den Zeiten von jugendfreien PG-13 Actionfilmen, die mit viel Brimborium, schnellen Schnitten und miesen CGI-Effekten von sich aufmerksam machen, ist es schon eine Wohltat wenn ein Film versucht sich diesen Trend entgegen zusetzten und knallharte Action ohne viel Schnickschnack abliefert. Einer dieser Film ist „The Condemned“, welcher in Deutschland unter den Titel „Die Todeskandidaten“ vermarktet wird.
Story: In der TV Show „The Condemned“, welche live und exklusiv übers Internet übertragen wird, sollen 10 Verbrecher, die alle die Todesstrafe erwarten gegeneinander antreten. Sie werden auf eine Insel gebracht auf der sie 30 Stunden Zeit haben sich gegenseitig zu töten bis nur noch einer überlebt. Doch das Spektakel auf der Insel verläuft komplett anders als von den Produzenten geplant.
„Die Todeskandidaten“ wird mit Sicherheit keinen Preis für Innovation gewinnen. Dazu bedient man sich zu offensichtlich an bekannten Genrevorbildern wie z.B. „Battle Royale“. Man könnte streckenweise sogar den Eindruck gewinnen, „Die Todeskandidaten“ wäre ein indirektes Remake des japanischen Actionfilmes. Dies tut den guten Gesamteindruck allerdings keinerlei Abbruch. Der Film ist ein harter Reißer geworden, mit einer schnörkellosen Inszenierung und coolen Sprüchen. Er wirkt fast wie ein Relikt aus den 80er Jahren. Gerade das macht den Reiz des Films aus. Doch leider ist er mit einer Laufzeit von fast 2 Stunden eindeutig zu lang geworden und man hätte auf die eine oder andere Szene locker verzichten können. Hier wäre weniger mehr gewesen. Ein Format von knackigen 90 Minuten hätte „Die Todeskandidaten“ besser zu Gesichte gestanden.
Bei der Konstellation der Verbrecher hat man sich an der ganzen Palette der Möglichkeiten bedient. Es gibt sadistische Killer, Vergewaltiger, Amokläufer, Drogendealer und sogar ein Nazi befindet sich unter der Truppe. Das es mit so einer Zusammensetzug nicht gut gehen kann, ist schon von vornherein klar. Schon bald verwandelt sich die Insel in ein Kriegsgebiet. Regisseur Scott Wiper lässt ein Feuerwerk an Brutalität auf den Zuschauer los, wie man ihn im heutigen Actionkino nur noch selten zu sehen gibt. Sadistische Gewaltausbrüche, explodierende Menschen, Folter und Vergewaltigungen beherrschen das Geschehen auf der kleinen Insel. All dies wird mit der nötigen Härte dargestellt und Wiper blendet nur in den seltensten Fällen weg, wenn es darum geht seine Protagonisten brutal aus den Leben scheiden zu lassen.
Abgesehen von den fast schon an Menschenverachtung grenzenden Gewaltszenen, ist auch die Thematik des Filmes starker Tobak: Mord und Totschlag als Unterhaltung für die nach Gewalt gierenden Massen. Das Thema ist zwar nicht neu, aber durchaus effektiv in Szene gesetzt worden. Das Wiper seine Medienkritik mit einem Holzhammer präsentiert, fällt aber nicht weiter ins Gewicht. Auch wenn ähnlich gelagerte Filme wie das Schwarzenegger Vehikel „Running Man“ es etwas geschickter verpackt hat. Schauspielerisch darf man selbstredend nicht allzu viel erwarten, auch weil dies bei einem solchen Film einfach sekundär ist. Wrestler Steve Austin spielt vollkommen in Ordnung, auch wenn er nicht viel machen muss außer sich zu schlagen und zu töten. Vinnie Jones, als sadistischer Killer liefert dagegen eine mehr als überzeugende Leistung ab. Man sieht fast den Wahnsinn in seinen Augen.
„Die Todeskandidaten“ ist ein 80s Revival wie man es sich öfters in unserer heutigen Zeit wünscht der mit seinem Mix aus „Battle Royale“ und „Running Man“ gut zu unterhalten weiß. Eine fragwürdige Handlung, brutale Gewaltexzesse und coole Sprüche erwarten den geneigten Zuschauer. Abzüge in der B-Note gibt es für die viel zu lange Laufzeit, die der ansonsten doch temporeichen Inszenierung doch etwas an fahrt nimmt. Für Freunde von No-Brainer ist „The Condemned“ ein gefundenes Fressen.