"Die Menschen stehen nunmal auf Gewalt. Das war so und wird immer so sein."
"Die Todeskandidaten" ist ein Produkt der WWE und zielt, trotz ein paar moralischer Töne, eindeutig auf deren Publikum. Steve Austin ist der einstige Wrestler Star, welcher für viele der Grund sein dürfte sich diesen Film anzusehen.
10 Schwerverbrecher werden auf einer Insel abgesetzt. Nur einer soll diese Insel lebend verlassen. Und dies geschieht vor laufender Kamera.
Im groben lautet so die Story des Low-Cost Actioners. Als Ansporn hat jeder der "Teilnehmer" einen explosiven Untersatz an seinem Fußknöchel der nach 30 Stunden explodiert, wenn er nicht vorher manuell aktiviert oder entschärft wurde. Der Sieger erhält die Freiheit sowie ein beachtenswertes Honorar. Für etwas mehr Tiefe sorgt der Aspekt, dass fast die gesamte Insel mit Kameras versehen wurde, ein Fernsehteam alles aufzeichnet und als Live Action Show im Internet präsentiert. Der Zuschauer kann sich für ein kleines Entgeld von 50 Dollar diese Show antun. Hinzu kommt noch ein geringfügiger Subplot der Familie des Hauptcharakters und dem Einsatz des FBI.
Allgemein interessant gestaltet, haperts gewaltig an der Umsetzung. So richtig zuordbar ist dieser Film schonmal nicht, denn dafür ist er nicht konsequent genug. Für einen Actionfilm ist eindeutig zu wenig bums vorhanden, für ein Drama wiederum zuviel und zu wenig Fingerzeig. Die Mischung machts.
Action ist zwar vorhanden beschränkt sich aber größtenteils auf brachiale Faustkämpfe, die unter verwackelten Bilder und schnellen Schnitten beinahe unübersichtlich wirken. Gegen Ende gibt es ein paar Schießereien, die allerdings kaum der Rede wert sind.
Der erwähnte Fingerzeig beschränkt sich auf ein paar gesellschaftskritisch angehauchte Dialoge, wo sich jeder die Frage stellen sollte, wieso er/sie sich der gezeigten Gewalt zuneigt und sogar dafür bezahlt. Auf diese moralischen Andeutungen wird allerdings kaum eingegangen bzw. zum happy end die klassische, amerikanische "nur durch Gewalt konnte der good guy zu seiner Familie zurück finden" Antwort unterstrichen.
Mal vom Hauptcharakter Jack Conrad, gespielt vom erwähnten WWE Star, abgesehen wird keiner Figur besondere Tiefe verliehen. Die meisten dienen nur als Kanonenfutter und bedienen sich an den Klischees ihrer Nationalitäten. Der eigentlich gute Amerikaner vermöbelt also rechtens den bösen Deutschen, Briten oder anders ländischen bösen Buben. Ahja!
Schauspielerisch gibts durchgängig nichts besonderes zu sehen. Nur der wohl einzig erfahrene Schauspieler Vinnie Jones kann hier als durchgedrehter Sadist überzeugen.
Für die Gore Hounds gibts nur in einer Szene, in welcher ein Gewaltverbrechern aufgespießt wird, etwas zu sehen. Der Rest beschränkt sich auf "harmlosere" Erschießungen oder passiert im Off. Das SPIO/JK Kennzeichen verwundert mich hier ein wenig. Möglicherweise ist die unterschwellige Botschaft, dass Gewalt eine Lösung ist hierfür ausschlaggebend gewesen.
Ein paar Songs von bekannteren Metall-Bands wie beispielsweise Prodigy unterstreichen die Atmosphäre zwar recht gut, wirken aber teilweise arg aufgesetzt.
Ebenso nervig waren einige Logiklöcher. Woher weiß beispielsweise der Hauptcharakter Jack, dass sich auf der Insel eine Funkstation befindet?
Eine interessante Story + eine leider vernachlässigte, unterschwellige Botschaft sowie Gesellschaftskritik im Stile von "Running Man" wird leider durch mangelhafte Umsetzung und schwache Besetzung zunichte gemacht. Wie bei vielen Filmen dieser Art fehlt es an Innovation.
4 / 10