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Dass die WWE nun auch Filme produziert, dürfte wohl allseits bekannt sein. Mit The Condemned folgte 2007 der nunmehr dritte Streich, nach dem etwas faden See No Evil und dem meiner Meinung nach knackigen Actionkracher The Marine. Letzterer war allerdings ein wenig zu blutleer und besaß nicht die gewisse Härte, die man von einem Actioner dieses Kalibers durchaus erwarten kann.

Diesmal durfte sich Steve Austin, der eine wahrhaft bessere und sympathischere Figur abgibt als ein Kane (See No Evil) und zudem besser schauspielern kann, wenngleich auch seine Rolle keineswegs oscarreif ist, als "Actionheld" versuchen. Mit Austin in der Hauptrolle und einem ultrabösen, aber leider sehr klischeebeladenen Vinnie Jones (Bube, Dame, König, grAS) kann sich der hiesige Actionfan auf eine etwas härtere Gangart einstellen.

Zur Story: Der zum Tode verurteile Joe Conrad (Steve Austin) wartet in einem Gefängnis auf seine Hinrichtung. Überraschenderweise wird er jedoch von einem Fernsehproduzenten freigekauft und auf eine einsame Insel gebracht. Dort muss er gegen neun weitere freigekaufte Schwerverbrecher um Leben und Tod kämpfen, da dem einzigen Überlebenden ein Leben in Freiheit zusteht.

Wie man nur unschwer erkennen kann, lassen sich Parallelen zu ähnlich gelagerten Filmen (The Running Man, Battle Royale) ziehen, wodurch es relativ schwerfällt, den Film eigenständig zu bewerten, obwohl er sich keinesfalls als "Remake" versteht.

Eigentlich haben die Produzenten bei dem Film alles richtig gemacht, bis auf die Tatsache, dass sie scheinbar versucht haben, die Mediengeilheit anzuprangern und zu kritisieren. Gelungen ist das nicht wirklich, denn im Vordergrund stehen die Kämpfe und die Zurschaustellung diverser Gewalttätigkeiten, die trotz einer SPIO/JK-Absegnung und einer Indizierung viel zu mau ausgefallen sind. Dennoch gibt es handwerklich gesehen nichts zu meckern, denn neben der durchweg gelungenen Action, bewegen sich auch Kameraarbeit und Setting auf einem recht hohen Level.

Obwohl der Film zu keiner Zeit langweilig wird, fehlt jegliche Identifizierungsmöglichkeit mit dem sogenannten "Helden". Es gibt nicht mal eine oberflächige Charakterzeichnung; alle Charaktere erfüllen jegliche Klischees des Genres: Der Asiate ist natürlich ein flinker und kampfsporttreibender Bursche; der Oberfiesling verbündet sich mit diesem und steht zudem auf Folter und Vergewaltigung; der Ami (Austin) ist logischerweise fast unverwundbar (ähnlich wie Seagal zu seinen besten Zeiten) und eine der beiden Frauen ist dermaßen gewitzt, dass sie die Bombe eines Typen ganz unauffällig auslösen kann.

The Condemned ist trotz gelungener Action und guter Kameraarbeit nur im B-Movie-Bereich anzusiedeln. Dieser Film gehört definitiv zu denen, die ich mir nicht im Kino, sondern nur auf dem heimischen Bildschirm anschauen würde. Wer anspruchslose, aber dennoch sehenswerte, aber vor allem kurzweilige Action sehen möchte, ist mit diesem Film bestens bedient. Nur sollte man kein Battle Royale erwarten!

7/10

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