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Im Fadenkreuz der Menschenwürde


Die WWE Studios mischten auch ordentlich am Videofilmmarkt mit, produzierten doch einige solide Kracherle, mit ehemaligen oder sogar aktiven Wrestling Superstars in den Hauptrollen. Einer dieser Titel sollte "Die Todeskandidaten" sein, dem noch 2015 eine Fortsetzung folgte. Hauptrolle darin, kein geringerer als Ex-WWE Champion "Stone Cold" Steve Austin, als Produzent fungierte unter anderem WWE Chairman Vince Mc Mahon.

Millionär Ian Breckel verdient sich sein Geld mit unterhaltsamen aber illegalen Realityshows via Internet, die er von einem geheimen Stützpunkt aus irgendwo im Südpazifik ausstrahlt und bei denen zehn verurteilte Schwerverbrecher aus aller Welt mehr oder weniger freiwillig rekrutiert werden, um sich live vor Webcams auf einer Insel gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Unter ihnen auch der britische und psychisch kranke Ex-Soldat Mc Starley sowie der amerikanische Ex- Elitesoldat Jack Conrad, der nur überleben will, um zu seiner Familie zurückzukehren.

Der harte B-Actionstreifen von Scott Wiper ist eine der zahllosen Verfilmungen, die lose auf den Kurzroman "Das grausamste Spiel" von Richard Connell fusst. Abgeändert wurden einige Dinge und in die moderne Welt übertragen. So wird aus einer traditionellen Treibjagd ein multimediales Ereignis, die sich allerdings kaum oder nur scheinheilig um Kritik der Menschenwürde und der Beliebtheit von Blutmedien schert. Vielmehr geht es um die Glorifizierung brutaler Gewalt und dem Voyeurismus im Allgemeinen, sowie am Leid anderer. Dabei agieren ein paar Altgediegene Actionstars wie WWE Legende Steve Austin als abgebrühter und eiskalter Draufgänger, sowie Vinnie "The Axe" Jones als Psychokiller. Das Setting im exotischen Dschungel gibt so einiges her und ist hübsch anzusehen, doch sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, das hier wenig Platz für eine fesselnde Story war, ebenso wenig für Sentimentalitäten. Dafür gibt's ordentlich Wumme, Wumms und jede Menge trockene Sprüche, die nicht minder teilweise rassistisch und tumb daherkommen. Wie zu erwarten, werden allerlei Stereotypen besetzt und Genreklischees bis zur Schmerzgrenze ausgereizt.

Was anmutend und ähnlich gelagert wie das "Dreckige Dutzend" beginnt, mutiert schnell zur furiosen Menschenhatz mit hemmungslosen Vergewaltigungen (Gott sei Dank im Off) und ultrabrutaler Survival-Action, die verheerlicht und eben nicht in Frage gestellt wird. Zwischendurch bekommt man auch ein bisschen über Jack's Vergangenheit serviert, bruchstückhaft und etwas deplaziert. Aber das sollte nur mal so am Rande erwähnt bleiben.

Harte Kerle Actionkino mit viel Testosteron im Blut, sowie viel Medien Tam-Tam. Klischeehafte Figurenzeichnung, überraschungsfreie Momente und ein spannungsarmes Skript sorgen trotz allem für geballte Hardcore Kampf-Action,ganz im Sinne einer Wrestling Veranstaltung. Menschenverachtend und zum Teil unzumutbar und doch unterhaltsam wie ein Gladiatorenkampf!


Ist die FSK:18 Freigabe zumutbar? Verwunderlich das die Indizierung nur 11 Jahre angedauert hat. Mit der ab 18 Freigabe kann man leben. Aber es geht richtig heftig zur Sache! Hart und schonungslos brutal!

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