Review

kurz angerissen*

Man möchte zwar nicht sagen, dass der junge Richard Burton unter einer blonden Perücke die historische Figur Alexanders des Grossen als eine Art frühen Rockstar anlegt; dazu ist seine Darstellung zu weich und defensiv angelegt, immer zur Rechtfertigung vor dem Volk und sich selbst bereit. Allerdings bricht Robert Rossens zutiefst pathetische Inszenierung griechische Göttervorstellungen auf diese eine Person herunter, die mit „Live Fast, Die Young“-Einstellung durch ihr Leben rast und dabei immerzu den eigenen Ursprüngen zwischen Vater, Mutter und göttlicher Herkunft hinterherjagt.

Mächtige Säulen veranschaulichen derweil als imposante Kulissen die menschliche Schaffenskraft, ziervolle Rüstungen ihre Kunstfertigkeit. Insofern passt das Monumentale des Films hervorragend zu der Gleichung, das Ideal des Menschen dem Göttlichen gegenüberzustellen. Entsprechend viel Zeit wird in schwung- und bildhafte Dialoge gelegt, die allerdings immerzu darum bemüht sind, die Ideologie der griechischen Kriegsherren zu paraphrasieren und in denen sich kaum Entwicklung ablesen lässt, weder bei Alexander (gleichwohl Richard Burton ihn durchaus mit Geschick spielt), noch bei den Griechen im Ganzen oder gar den Persern. Gelegentliche Kriegsszenen, obwohl komparsentechnisch zumindest bemerkenswert, sehen dazwischen vollkommen verloren und unvermittelt aus, beinahe wie stilisierte Kapiteltafeln zwischen den verschiedenen Dialogsequenzen. Insofern besteht der Lohn der Sichtung maßgeblich in monumentalem Blabla.

*weitere Informationen: siehe Profil

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