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Der Mann, der auf dem Eiffelturm Nachtdienst schiebt, wartet auf die Ablöse. Aber sie kommt nicht (...kommt nicht... kommt nicht). Er beobachtet die Stadt & seine Beunruhigung wächst. Es ist Vormittag & alles ist ruhig, nichts bewegt sich, die sonst so emsigen Straßen sind wie ausgestorben. Er begibt sich nach unten, spaziert durch die leeren Straßen & trifft ein paar Menschen, die von einem Moment auf den anderen in tiefe Bewusstlosigkeit gefallen sind. Mehr noch, sie sind regelrecht erstarrt, mitten in ihren Tätigkeiten.

Paris qui dort ist ein schöner Mystery-Stummfilm von René Clair (1898 - 1981), bei dem eine unbehaglich apokalyptische Aura über Paris, der Stadt der Liebe, schwebt. Die Auflösung ist zwar hanebüchen, schmälert den Genuss aber nur unwesentlich. Die Stillstand-Szenen sind erstaunlich gut gemacht, die Tourismus-Hot-Spots wirken ohne die Menschenmassen unwirklich & unheimlich & die Szenen auf dem Eiffelturm sollten bei Zuschauern mit Höhenangst Schwindelgefühle verursachen.

7,5/10

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