Jamie und Belisa, ein echtes Traumpaar. Glücklich verlobt, mit glänzenden Zukunftsperspektiven - was soll da noch schiefgehen? Auf der anderen Seite haben wir Ted, den harten Jungen aus der Firma, erfolgreich, eiskalt, berechnend, Konkurrent und Förderer zugleich für Jamie. Unweigerlich lernt Ted auch bald Belisa kennen - und lieben. Ted's neu- bzw. wiederentdeckte romantische Ader wirbelt sein Geschäftsleben gehörig durcheinander, seine Verkaufszahlen leiden erheblich. Doch muß er sich keine Sorgen machen, Jamie bekommt schließlich auch keinen Fuß in die Tür, wie der gesamte Rest der Abteilung.
Aus der Liebesromanze wird ein knallharter Kampf um's Geschäft, doch sowohl Belisa als auch Ted erkennen das zu spät. "Krumme Geschäfte" ist eine hervorragende Psychoanalyse des typischen erfolgreichen Verkäufers, mit zahlreichen bissigen Seitenhieben in Richtung Verkaufstraining und Marketingblabla. Das Trio Fraser, Keaton und Valletta agiert plausibel ohne klischeehaft zu wirken. Auch wenn das Skript wenig hergibt füllen die drei Lücken gekonnt aus und lassen den Zuschauer bis zum Schluß im Dunkeln über ihre wahren Absichten.
Insgesamt hat der Film ein zwar banales Thema zugrunde liegen, doch wird dieses interessant aufgepeppt durch eine nur auf den ersten Blick gewöhnlich erscheinende Perspektive. Das Skript hätte jedoch mehr Pepp vertragen können, mir persönlich fehlen hier ein paar elegant eingearbeitete im Gedächtnis bleibende Schlüsselszenen. So plätschert über weite Teile die Handlung ganz nett vor sich hin, richtig fesselnd wird es aber erst gegen Ende als sich ungewohnte Entwicklungen abzeichnen.
Fraser bleibt seinem Gute-Junge-Image natürlich treu, doch paßt dies hier natürlich hervorragend zu seiner Versagerrolle. Valletta versucht doch recht erfolgreich eine zweite Cameron Diaz zu imitieren, naja, und über Meister Keaton braucht man ja nicht viele Worte zu verlieren: die Rolle des harten Max (Verzeihung, Ted) ist für ihn natürlich ein Kinderspiel.
"Krumme Geschäfte" ist ein recht gelungener Streifen, der zwischen Romanze und Psychothriller im genrefreien Raum hin- und herpendelt, sich zwar immer wieder zu verlieren droht aber letztlich doch überzeugen kann.
(7/10)