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Professor Barren (Peter Barren) hat für seine Schülergruppe eine Überraschung. Da sie an einigen seiner Experimente teilnahmen, hat er ihnen sein abgelegenes Ferienhaus für das kommende Wochenende zur Verfügung gestellt. Voller Vorfreude fahren die Schüler auf die kleine Insel, nichts ahnend dass dort ein vermummter Killer sein Umwesen treibt. Schnell ist die erste Gruppe abgeschlachtet, nur Mark (Scott Vickaryous) hat überlebt. Unwissend kommen die restlichen Schüler verspätet an, auch Marks Freundin Nicole (Melissa Schuman) ist dabei. Auch bei den Nachzüglern will der Killer schnellen Prozess machen, doch Mark Nicole und Chloe (Shanti Lowry) wehren sich mit allem was sie haben. Es beginnt eine blutige Jagd durch die verschneiten Wälder und der Killer wird erst ruhen, bis alle Opfer erledigt sind.

"Silent Scream" kristallisiert sich rasend schnell als unterdurchschnittliches B-Produkt heraus. Da wir gerade mit B-Horror überschwemmt werden, ist zumindest Einfallsreichtum, brauchbare Darsteller und Spannung gefragt. All Dies kann die Horrorgurke nicht erfüllen. Für uns ist der einzige Horror die miesen Darsteller. Allesamt machen einen unterirdischen Job. Auch die erfahreneren Teendarsteller wie Melissa Schuman, Scott Vickaryous oder Shanti Lowry sind abolute Krücken. Obendrein verkörpert Jeder einen Klischeecharakter. Die Zicke, massig notgeile Böcke, der arme Arsch der nie Eine abkriegt, das sexsüchtige Paar und eine Beziehung auf der Kippe. Jegliches Klischee wird zur Streckung der Laufzeit verwendet. Hinzu kommen echt nervige Elemente, zum Beispiel trennt man sich andauernd, geht zum Pissen oder Rauchen einen halben Kilometer in den Wald hinein und dann wundert man sich noch, wenn auf einmal der böse Kapuzenmann kommt. Ich denke wir hatten alle unsere schlimme Zeiten, doch so dämlich hat sich Keiner von uns aufgeführt.
Wenn man den Killer sieht, denkt man sofort an "Urban Legends", da der Killer dort auch eine Jacke mit Kapuze trug, das Gesicht ist durch das Dunkel der Kapuze abgeschirmt. Immerhin richtet unser Mörder einen recht hohen Bodycount an. Schon in den ersten zwanzig Minuten wird die halbe Gruppe niedergemetzelt, bevor es wieder stinklangweilig wird. Dabei bedient sich der Killer sehr abwechslungsreicher Gegenstände, wie einer Axt, ein Messer, Plastiktüte, oder auch mal einer Schusswaffe. Vom Ersäufen bis zum Auge ausstechen ist wirklich alles enthalten, leider nie sonderlich bedrohlich und die Gewalt meist nur mit vorgehaltener Hand zu sehen. Ein wenig Blut darf dennoch suppen, so dass die Freigabe dennoch berechtigt ist. Leider schaffen es die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Matt Cantu und Lance Kawas nie Atmosphäre oder Ansätze von Spannung zu erzeugen. Die verschneite Waldkulisse wird völlig verschenkt und wirkt nie unheimlich. Dabei wäre sie der perfekte Hintergrund für einen Slasher. Der Score ist auch nur vom Reißbrett, hat man nach dem Anschauen schon wieder vergessen.
Ein Aspekt wäre jedoch noch positiv zu erwähnen, nämlich schlägt "Silent Scream" gegen Ende noch einen Haken, den man zwar vorhersehen kann, aber den man trotzdem als gelungen betiteln darf. Aber das macht diesen billigen Katastrophenslasher auch nicht mehr besser.

Zugegeben, das Budget war sichtlich knapp, die Idee kann man lassen, aber man hätte auch aus "Silent Scream" wesentlich mehr herausholen können. Gerade aus der Kulisse, dem Score und auch den Goreeffekten. Bei den Darstellern ist aber Hopfen und Malz längst verloren. In jeder Hinsicht unterdurchschnittlich, sogar der eingefleischte Slasherfan sollte hier nicht voreilig, vielleicht wegen der gelungenen Aufmachung der DVD, zugreifen.

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