Der Universitäts-Professor Barren lädt seine Studenten als Dank dafür, dass sie ihn bei seinem Versuchs-Projekt unterstützt haben, ein, das Wochenende in seiner abgeschieden Ferien-Hütte zu verbringen. Die Kids sind natürlich Feuer und Flamme für den Vorschlag und freuen sich über ein paar unbeschwerte Tage voller Sex und Saufen. Lediglich die junge Nicole ist wenig begeistert davon, dass sie gezwungen sein wird, sich in der Nähe ihres Ex-Freundes Mark aufzuhalten. Die Beziehungs-Probleme der beiden müssen allerdings hinten anstehen, denn als Nicole im Wald ankommt, entdeckt sie, dass ihre in der Nacht zuvor angereisten Freunde bereits einem Parka-tragenden, Axt-schwingenden Killer zum Opfer gefallen sind, der es jetzt auch auf sie abgesehen hat... Achtung, Mogelpackung! Was dank des verwendeten Artwork-Motivs aussieht wie der nächste Torture Porn-Schund à la "Hostel" entpuppt sich zunächst doch nur als (beinahe) stinknormales Slasherfilmchen, das sich ausgerechnet "Düstere Legenden" als Vorbild gewählt hat, was das Outfit des Killers anbelangt. Ganz so kiddiemäßig ist "Silent Scream" dann aber doch nicht ausgefallen, denn ein bisschen Nudity und einige breit ausgewalzte Mord-Szenen innerhalb des recht beachtlichen Body Counts lassen das fette "Uncut" auf dem Cover und die Verweigerung einer Jugendfreigabe nicht gänzlich als hohle Marketing-Maßnahme erscheinen. Reichlich Kunstblut und ein paar Titten können allerdings auch nicht übertünchen, dass das Regie-Gespann Matt Cantu und Lance Kawas sich bei diesem bestenfalls lauwarmen Schlitzer-Aufguss nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Zwar verliert man hier wirklich keine Zeit und intoniert bereits innerhalb der ersten zwanzig Minuten ein hübsches Massaker, dem der halbe Cast zum Opfer fällt, was der Angelegenheit immerhin zu einem guten Start verhilft, aber ansonsten ist den beiden auch nichts eingefallen, um ihren doch allzu typischen "Freitag der 13."-Abklatsch ein wenig aufzupäppeln. Das Rätselraten um die Identität des Mörders ist dieses Mal nämlich besonders fade (wenn nicht sogar im Endeffekt überflüssig) und die Zeichnung der üblichen, sexbesessenen Teenager besonders nervig geraten. Bestenfalls sorgt hier noch das lehrbuchmäßige Wiederkäuen sämtlicher bekannter Klischees des Genres, wobei man diesmal lediglich "Der Schwarze stirbt zuerst" übergangen hat, für ein wenig Amüsement. Besser wird "Silent Scream" deswegen allerdings auch nicht gerade. Die zweite Hälfte des Films gleitet dann aber überraschenderweise und ohne Vorwarnung ins reinweg Parodistische ab und nimmt dem Streifen das letzte Fitzelchen Ernsthaftigkeit. Einige belämmerte Twists und Handlungs-Wendungen, die beileibe nicht vorherzusehen sind, untergraben die "Seriosität" der Geschichte (wenn man bei einem derartigen Teenie-Slasher-Mist überhaupt von so etwas sprechen kann) und rücken "Silent Scream" in die Nähe der 80er-Jahre-"Nightmare - Mörderische Träume"-Epigonen. Klar, dass sich da dann einiges nicht zum anderen fügt und die verschiedenen Bausteine nicht so richtig aufeinander passen wollen, denn die Auflösung ist letztendlich bescheuerter als alle fünf Teile von "Scary Movie" zusammengenommen. Ein paar deplazierte, hippe Oneliner und dumme Sprüche sorgen da nur zusätzlich für Verwunderung. Ich glaube allerdings nicht, dass den Regisseuren eigentlich eine versteckte Komödie vorgeschwebt ist, sondern dass Cantu und Kawas ihren "Silent Scream" durchaus als ernstgemeint verstanden wissen wollten... weshalb sie dem Streifen dadurch ergo auch mit Schmackes das Genick gebrochen haben. Da nützt dann auch die hübsch verschneite Wald-Kulisse nichts mehr. Immerhin, der ganz gute Soundtrack verkleistert die Chose nicht auch noch zusätzlich mit süßlichem Pop-Gesülze, sondern bemüht sich ab und an ehrlich um die gewollte Spannung. Trotzdem: "Silent Scream" ist gleich in zweifacher Hinsicht nicht das, was man sich von ihm erwartet, weshalb man von diesem billig runtergekurbelten Horror-Müll wohl doppelt enttäuscht sein wird.
4/10