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Sean William Scott, der in einem Buch seine Kindheit verarbeitet, die ihm ein sadistischer Sportlehrer, gespielt von Billy Bob Thornton, zur Hölle machte, wird zum gefeierten Autoren. Als er schließlich zurück in seinen Heimatort kehrt, um einen Preis in Empfang zu nehmen, muss er feststellen, dass Thornton nun mit seiner Mutter, gespielt von Susan Sarandon, zusammen ist und, dass die beiden heiraten wollen. Nun versucht er alles Mögliche, um die Hochzeit zu verhindern.

Immer, wenn man gerade denkt, dass doch eigentlich keine Teenie-Komödien mehr erscheinen dürften und, dass dieses furchtbare Kapitel der Filmgeschichte endlich geschlossen wird, überrascht uns Amerika wieder mit einer solchen Komödie, die aufgrund ihrer stereotypen und einfallslosen Handlung nur mäßig unterhalten kann. Leider ist der Film schon vom ersten Moment an nach dem Schema F gestrickt und liefert wirklich überhaupt nichts Neues. Tiefe hat der Film also nicht einmal ansatzweise, auch wenn die Charakterkonstruktion für einen Teenie-Film etwas überdurchschnittlich sein mag. Leider verfällt auch dieser Film zum Ende hin immer mehr seinen übertriebenen Emotionen und trägt beim finalen Kitsch und Happy End viel zu dick auf. Alles in allem ist die Story unterdurchschnittlich.

Regisseur Craig Gillespie, der bisher überhaupt keine Erfahrungen beim Film sammeln konnte, setzt den Film mittelmäßig um. Wenn man sich schon eine solch kitschige und billige Komödie ansieht, erwartet man doch wenigstens ein wohliges Gefühl, dass über den Film aufgebaut wird und am besten noch ein bisschen darüber hinaus anhält. Doch dieses Gefühl und die dazugehörende wohltuende und amüsante Atmosphäre wird dummerweise nicht aufgebaut, da Gillespie die Filmmusik überaus stümperhaft auswählt und seinen Film komplett überhastet in gerade einmal 90 ablaufen lässt. Das Pflichtprogramm einer jeden flachen Komödie wird auch hier lieblos heruntergespult und mit ein paar lauen Gags aufgebrüht. Die Gags sind leider ein bisschen zu spärlich dosiert, als dass man den Film als wirklich unterhaltsam bezeichnen könnte, aber langweilig wird er zu keinem Zeitpunkt, zumal der Film durch seine unglaubliche Kurzweiligkeit im Prinzip gar keinen Spielraum für Langweile lässt. Immerhin schöpft Gillespie das Potential seiner Darsteller solide aus und hebt den Film somit immerhin ins Mittelmaß an.

Sean William Scott ist einer der wenigen Darsteller, bei denen man auch nach 10 Jahren im Filmgeschäft keinen Fortschritt erkennen kann. Nachdem er bisher nur durch mehr oder weniger gute Teenie-Filme in Erscheinung treten konnte, erkennt man auch nach "American Pie", "Final Destination" oder "Ey Mann, wo is mein Auto" keinerlei Fortschritt bei dem höchstens mittelmäßigen Darsteller. Er spielt sein übliches Pflichtprogramm runter, verbucht den einen oder anderen Lacher, wirkt aber verglichen mit Thornton und Sarandon überaus blass. Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon spielt ordentlich und ist eher für den emotionalen Teil des Films verantwortlich, wobei die ganze Zeit über das nervige Gefühl bleibt, dass sie es eigentlich besser kann. Oscar-Preisträger Billy Bob Thornton spielt als sadistischer und kauziger Sportlehrer hervorragend und rettet somit den gesamten Film. Mit seiner harten, teilweise sarkastischen Art, wie man sie bereits aus "Bad Santa" kennt, verbucht er die meisten Lacher, dennoch ist es beinahe traurig zuzusehen, wie solch ein talentierter Darsteller nach "Der Date-Profi" erneut seine Zeit mit einer belanglosen Komödie verschwendet. Der übrige Cast ist ebenfalls gut, wobei mir persönlich vor allem Ethan Suplee sehr gefallen hat.

Fazit:
"Mr. Woodcock" ist nichts als ein weiterer flacher, stereotyper und vorhersehbarer Teenie-Film mit ein paar soliden Gags und einem mittelmäßigen Unterhaltungswert. Leider gibt es überhaupt keine angenehme Atmosphäre, die man sich von Filmen dieser Art erhofft, dafür spielt Billy Bob Thornton aber ganz groß auf. Eigentlich nur für Fans des Genres zu empfehlen.

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