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PATRICIAS GEHEIMNIS“ heißt die deutsche Fernsehproduktion, die in regelmäßigen Abständen zu nachtschlafender Zeit im „Unterschichten-Fernsehen“ auf die Menschheit losgelassen, jedoch von der Fernsehzeitschrift meines Vertrauens stets mit dem fetten roten Daumen nach Oben gewürdigt und empfohlen wird. Nachdem mir die lieblos gestaltete DVD auf dem Ramsch-Tisch für weniger als zwei Euronen entgegen gesprungen ist, war es an der Zeit mir eine eigene Meinung zu dem Streifen zu bilden.

Kein Vorspann, keine Namen, Nichts. Nur der Titel und schon ist man mitten im Geschehen.
Die drittklassige Bildqualität auf VHS-Niveau fällt sofort negativ auf, man gewöhnt sich aber schnell daran. Wir begleiten die beiden Studentinnen Patricia und Ellen, die ein geheimes Doppelleben führen und sich über einen zwiespältigen Eskorte-Service ihr Studium finanzieren. Alles läuft perfekt, die Moneten rollen. Durch diesen Job lernt Ellen den Mann ihrer Träume kennen. Aber das Schicksal schlägt – wie immer – gnadenlos zu. Eben noch mit Plänen, eine eigene Familie in einem schönen Landhaus zu gründen, im Kopf wird sie an der Küste angespült ... tot! Was ist passiert? Patricia glaubt nicht an einen Unfall und macht sich auf die Suche nach Hinweisen!

Man bemerkt den TV-Charakter des Streifens von der ersten Minute an. Es gibt nur wenige Drehorte, die Nebenfiguren agieren mehr als semi-professionell, Kamera und Ton lassen keine großen Kino-Momente aufkommen. Lediglich Petra Kleinert, bestens bekannt aus unzähligen Folgend er Abend-Serie „DOPPELTER EINSATZ“ und Herbert Knaup

- Achtung Spoiler –

als psychopathischen Fernseh-Moderator kann man Glanzleistungen bescheinigen.
Hans Liechti, der in seiner Referenz-Liste mehr als fragwürdige Leistungen wie „EINE LIEBE AUF MALLORCA 3“ stehen hat, mag man gar nicht ankreiden, dass die Geschichte keine großen Höhepunkte aufbietet. Während die Handlungen mancher Personen nicht allzu nachvollziehbar scheinen dümpelt die brave Story so vor sich hin. Obwohl sich Patricia ständig mit „mysteriösen Freunden“ trifft, nimmt ihr Lebensgefährte dies so einfach hin, ja, überrascht sie sogar mit einem Meer aus Rosen, indem er sich für sein Verhalten entschuldigt... na ja! Aber was soll’s: Immerhin bin ich während der knapp anderthalb Stunden durchschnittlicher Fernsehkost nicht weggepennt, was schon mal gar nicht so schlecht ist!

Eine Empfehlung wäre wohl nur an alle Freunde der deutsche Vorabend-Krimis der anspruchslosen Kategorie auszusprechen. Ansonsten kann man sich das Ganze eigentlich auch getrost sparen!

(5 / 10)

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