Der Name "Karen Blixen" ist in Kenya berühmt geworden. Ihr unermüdlicher Einsatz für die Bevölkerung, ihre Hilfe für Kinder blieb unvergessen und nicht umsonst wird ihr Werk auch heute noch geehrt. Ihre Geschichte zu verfilmen versuchte Pollack Mitte der 80er Jahre - und kurz gesagt: er bemühte sich redlich, scheiterte aber gnadenlos.
Dabei sind die Protagonisten allesamt gut gewählt: Meryl Streep als unsympathische Farmerin, die sich im Laufe der Zeit erstaunlich schnell anpasst, vielleicht zu schnell und sich nicht nur ins Land, sondern auch in die Leute verliebt. Insbesondere Robert Redford bringt es fertig, sich mit seiner ihm typischen Art in ihr Herz zu schleichen und es letztlich zu erobern. Klaus Maria Brandauer überzeugt als windiger Butterfly fast in der Art und Weise, wie man Einheimische in Kenya heute zuhauf antrifft.
Was hätte man alles aus dieser Geschichte machen können! Aber Pollack wollte zuviel und erreichte zu wenig. Die Biographie der Blixen ist zu umfangreich, um alles darstellen zu können. Die Konzentration auf einen Teil hätte dem Film also gut getan, so aber bleibt alles oberflächlich und es kann bis zum Ende nicht schlüssig herausgearbeitet werden, was an Karen Blixen so "verehrenswert" war und heute immer noch ist. Im Film nämlich wird ihr zuwenig Platz eingeräumt für ihre Humanität, ja im Gegenteil, da immer wieder ihr treuloser Ehemann und ihr Liebhaber mit von der Partie ist, kommt der unbedarfte Zuschauer mitunter auf die Idee, der Einsatz für Land und Leute geschähe aus Eigennutz ihrer Farm zuliebe.
Auch die typisch kenyanische Mentalität wird völlig übergangen, fast meint man, Pollack ist des Landes unkundig. Wie viel Raum doch über 2 Stunden Film bieten würde, um liebevoll kleine landestypische Details einzubauen. Nichts von alledem, es fehlt am Flair. Lieblos wird Punkt für Punkt der Biographie abgearbeitet wie im Schulaufsatz eines 5.-Klässlers.
So bleibt endlose Langeweile und Enttäuschung übrig, zumal man in jeder Szene sofort Ideen hat, wie man den Film mit einfachen Handgriffen wesentlich verbessern könnte. Wer sich für die Blixen-Story interessiert, sollte zum Buch greifen - und wer einen Film über Kenya möchte, greift zu "Nirgendwo in Afrika".
(4/10)