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Dies ist nicht nur ein großer Film, sondern ein eindrucksvolles Beispiel für die Abgrenzung zwischen Kino einst und heute. Die biografische Vorlage sowieso, aber auch diese großartige Adaption von Sidney Pollack zeigt, dass man eine feministische, antirassistische, zivilisationskritische, pazifistische und antiimperialistische Botschaft auch verarbeiten kann, ohne dem Ottonormal-Zuschauer massivst auf den Nerven zu gehen. Botschaft, im Sinne von zum Nachdenken anregen, nicht Vorschlaghammer, nicht erhobener Zeigefinger.  
Jenseits von Afrika ist lang und langsam, figurenfokussiert und dialoglastig, aber nie langweilig und geschwätzig. Kurz große Leinwandkunst mit großen Künstlern und Stilmitteln, an die sich heute kaum einer mehr herantraut, um nicht beim aufmerksamkeitsgestörten Publikum zu scheitern. Schon der Stoff, wäre einer zum Finger-Verbrennen: die Suche von Freiheit, das Finden von Liebe, der Verlust von Allem. Ein Melodram, welches nicht zu reinem Entertainment einlädt, doch die überragende Schauspieler-Riege, der fantastische Score und die großartigen Landschaftsaufnahmen sorgen definitiv für ein solches. Nun gut, der bittersüße Geschmack einer tragischen Romanze sorgt, für viele auch schön für Glücksgefühle. Mein persönliches Highlight, wie in jedem seiner Auftritte in den 80ern, war der Schlawiner Klaus Maria Brandauer, dem man trotz aller Diabolik nie böse sein kann. 

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