In den 1990er Jahren gab es 2 totgeglaubte Genres die durch einen Film wiederbelebt worden. Einerseits der Western, der 1985 mit "Heaven`s Gate" seinen Exitus erlebte und erst 1990 mit "Der mit dem Wolf tanzt" wieder salonfähig und erfolgreich an der Kinokasse werden konnte, andererseits der gute alte Horrorfilm, speziell die Unterart des Slashers.
Erneute Fortsetzungen von Klassikern wie "Jason goes to hell - The final Friday" von 1993, als auch "Freddy`s New Nightmare" von 1994 brachten nicht den erhofften kommerziellen Erfolg. Dann war erst einmal Schicht im Schacht - bis 1996. Da kam "Scream-Schrei!" und löste einen regelrechten Boom des Slasherfilms und eine Welle von mehr oder weniger gelungenen Plagiaten aus. Der wohl prominenteste davon ist sicherlich "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast". Soviel zur Filmhistorie.
Zur Story: Ein Killer mit Maske geht um im Städtchen Woodsboro. Im Zentrum scheint Sidney Presscott (Neve Campbell) zu stehen, deren Mutter ein Jahr zuvor ermordet wurde. Die Cops tappen im Dunkeln. Die Demaskierung und der Showdown erfolgen auf einer Teenager-Party, die nicht alle überleben werden...
Das hört sich relativ altbacken an, es ist aber vor allem Drehbuchautor Kevin Williamson zu verdanken, dass es das nicht ist. Er und Regisseur Wes Craven - ein alter Veteran im Horrorfilmbusiness (er schuf "Nightmare on Elm Street") - spielten mit den Konventionen des Genres, um selbige dann ironisch zu brechen. Das Whodunit-Spannungselement wurde bis zum Schluss aufrecht erhalten und fesselt, weswegen der Film bis zum Schluss blendend unterhält - auch mit Anspielungen auf andere Genre-Filme.
Die Figuren sind sowohl skurril (Dwooie) als auch überdreht gezeichnet (Randy und Stew), was für eine Menge Humor sorgt. Tiefgang wird allerdings abseits dieser oberflächlichen Referenzen und der handwerklich soliden Machart nicht geliefert.
So ist "Scream" ein ziemlich guter, aber kein meisterlicher Beitrag zum Slasher-Genre. Aber man kann ihn schon als modernen Klassiker bezeichnen, denn die Plagiate sind allesamt (mehr oder weniger) austauschbar und orientieren sich an ihrem großen Vorbild.
Deshalb vergebe ich knappe 8 von 10 Punkten nicht aufgrund ausgefeilter intellektueller Filmkost, sondern als Freund des gepflegten Slasher-Films.