Über Scream ist bereits so viel geschrieben worden, daß ich mich wohl kurz fassen kann:
Es ist und bleibt einer der gelungensten Slasher aller Zeiten, der zu einem beachtlichen Bodycount und einer recht ordentlichen Menge Blut auch eine passable Geschichte und jede Menge Humor zu bieten hat.
Teilweise sind die erwähnten oder gezeigten Querverweise auf das Genre (" Du klingst wie jemand aus einem Wes Carpenter-Film."), seine Methoden und Techniken und andere Filme so intelligent eingesetzt, daß man schon fast von einer Satire sprechen kann.
Die Mechanismen des Horrorfilms finden hier sowohl Erwähnung als auch Anwendung im Film und durch die Figuren, was den Filmemachern genug Spielraum zum Setzen von Kontrapunkten bietet, indem über "die Regeln" moderner Horrorfilme diskutiert wird, während sie gleichzeitig Anwendung finden oder eben nicht.
Eine Teen- und Twenbesetzung der Sonderklasse bietet eine Leistung wie aus einem Guß und schafft es in Verbindung mit dem intelligenten Drehbuch ein abwechselnd spannendes und unterhaltsames Filmerlebnis zu kreieren.
Dabei parodiert sich Scream im Falle des mitunter recht ungeschickten Killers schon beinahe selbst, was die Morde jedoch trotz der bekannten Kenntnisse über die Schemata des Slashers nicht verhindern kann.
Darüber hinaus bietet er dem Zuschauer ein schönes Rätselspiel, in dem jeder mal den Verdächtigen mimt, bis die Auflösung in einem endlos langen, blutigen und extrem schrillen Szenario ihren Höhepunkt findet.
Nichts für Freunde der akuten Gewaltlosigkeit, aber ein Schlachtfest in sonst fast jedem anderen Bereich, was den Erfolg der einsetzenden Reihe begründet. Besonderes Lob auch an Kevin Williamson, dessem Script ein Hauptteil des Erfolgs zugerechnet werden kann.
Wo immer das Tape herumsteht, unbedingt ansehen (und vermeidet bloß die TV-Fassung), denn er wird als Klassiker der 90er bald in vielen Filmwerken (Buch oder Film) ausgiebig zitiert werden.
(9/10)