„Movies don't create psychos, movies make psychos more creative“
Wes Craven, kein Neuling im Genre des Horror- und insbesondere Slasherfilms, lieferte mit „Scream“ einen Überraschungshit ab. Dabei ist der Film um einen maskierten Killer, der in dem Örtchen Woodsboro die Schülerschar einer High School dezimiert Parodie, Hommage, Satire auf Film an sich und eigenständiger Genrebeitrag in einem und funktioniert dabei auf jeder dieser Ebenen. Und sogar mehr, denn auch wenn man mit Hintergrundwissen mehr Spaß an dem Konstrukt hat, unterhält er auch prächtig ohne dies.
Und er ist richtig gut darin, meta in sich selbst zu sein. Das Aufgreifen typischer Genremechanismen, deren Analyse und Durchführung oder Negierung en passant machen das Werk zu einem herrlichen Fressen für Fans.
Die Figuren bedienen alle gängigen Klischees, setzen diese aber auch als Effekt innerhalb ihres Films ein. All das funktioniert so gut, wei „Scream" nie zur Klamotte verkommt, sondern zwar das ernst nimmt, was er hier abbildet und persifliert, aber meist eben nicht sich selbst. Er bleibt in der Parodie immer dezent genug, ist dabei aber auch jederzeit mit spürbarer Hingabe unterwegs.
Selbstredend muss die ein oder andere (schön erklärte) Regel auch durchbrochen werden, „Scream" ist durchaus ein modernisierter Erbe. Wie es aber dann wieder die Tradition wollte, zog er mehrere Fortsetzungen nach sich. Nicht nur das, er trat auch eine neue Welle gleichartiger Filme los.
Das Ensemble braucht sich dabei nicht verstecken. Bedienen die Charaktere auch unterschiedliche Klischees, erfüllen alle ihre Aufgabe gut, wobei gerade Neve Campbell in der zentralen Rolle als Sidney nicht den interessantesten Eindruck hinterlässt. Mit David Arquette und Courteney Cox, Matthew Lillard, Rose McGowan und Skeet Ulrich (Loomis, ne?) hat man diverse zeitgenössische Prominenz am Start.
Musikalisch gibt es neben den von Marco Beltrami beigesteuerten klassischen Sequenzen diverse Anspieler angesagter Acts der ausgehenden 1990er Jahre, was dem Film ein anhaftendes Zeitkolorit beschert.
Wes Craven ist als Regisseur hier natürlich auch versiert, die von ihm gestartete „Nightmare on Elm Street“-Reihe gehört zu den Klassikern des Genres. Doch nicht nur auf diese (Fred, der Hausmeister) wird hier Bezug genommen. Von den offensichtlichen „Halloween"- und „Freitag"-Filmen bis hin zu der Filmographie von Jamie Lee Curtis über Hitchcokcs „Psycho" bis zu „Carrie" wird zitiert, was die Leinwand hergibt. Natürlich unter Nutzung gängiger Stilmittel, von der falschen Fährte bis zum Twist gen Ende ist alles dabei. Obendrein streut man noch diverse Trivia ein, so lernt man hier sogar noch was. Und selbst der geliebte „Clerks" findet hier seinen Platz.
Die Kills sind dabei allerdings nicht so ausufernd oder hart wie in einigen Vorbildern, doch das macht man mit witzigen Dialogen nach dem Skript von Kevin Williamson, einer temporeichen Inszenierung und der spürbaren Liebe ans Genre wieder wett. „Scream" wurde so mit seinem Mix selbst zum Klassiker, der auch heute noch prächtig unterhält.