Bei einem Pokerspiel gewinnt Max Taylor (Benny Young) ein stattliches, altes Anwesen vom wohlhabenden Engländer Callum Chance (Christopher Lee). Als Max und seine Familie sowie ein paar Tramper, die sie unterwegs aufgelesen haben, in dem alten Schloss eintreffen, finden die sich nach kurzer Zeit in einer Art Spiel wieder. Das merkt zwar keiner von dem grellen Haufen, da sie alle zu sehr mit ihren eigenen Macken beschäftigt sind, der hauseigene Harlekin jedoch hat seinen Spass mit den Gästen. Der Funny Man kaspert herum wie ein Hofnarr um im nächsten Moment plakativ den nächsten Spinner um die Ecke zu bringen, zu guter Letzt kommentiert er sein Schaffen auch noch für den Zuschauer. Bei dem Humor, nicht selten makaber und tiefschwarz, können alle "Leprechaun"- und "Wishmaster"-Filmchen einpacken, hier geht es in jeder Hinsicht ausufernder zur Sache. Die Drogenexzesse der Beteiligten ziehen sich ebenso als roter Faden durch das gute Drehbuch wie die erheiternden, teils comichaft splatterigen Morde. Der Film wird dabei selbst zu einem Trip, der sich zunehmend an der Grenze des Wahnwitzes entlang hangelt, absurder englischer Humor trifft auf eine Rock'n'Roll-Attitüde. Schade, dass diese überzeugende Horrorkomödie bislang keine deutsche DVD-Auswertung fand, genauso schade ist, das Regisseur und Drehbuchautor Simon Sprackling bislang nur diesen einen Streifen drehte, was angesichts des klasse Ergebnisses verwundert. Auch filmisch ist das locker über dem Durchschnitt, denn das alte Hounted House ist großartig ausgestattet, surreale Räume wechseln mit wunderbaren Gruselanleihen und immer wieder diese verspielte Art, die alle Konventionen über den Haufen wirft, wie es auch Monthy Python schon damals vormachte. Manch derbere Scherze und auch einige Gliedmaßen, die dran glauben müssen, sind zwar nicht nicht gerade für anspruchsvolle Zuschauer gedacht, wissen jedoch blendend den Genrefan zu unterhalten. Wenn man abgefahrene Sammelsurien aus Fantasy, Horror, Magie, Esoterik und Jahrmarkt mag, ist man hier richtig, hier kriegen alle ihr Fett weg, nicht nur beim "psychedelischen Perückenabend". Wäre Troma englisch, käme im besten Falle solch eine unbekannte Splatstick-Perle wie "Funny Man" heraus. Anschauen.
Fazit: Kultverdächtige Horrorkomödie, surreal, schräg und mit beachtlichem Bodycount. Geheimtip! 7/10 Punkten