Der Titel schreit geradezu danach, diesen britischen Beitrag als Kreuzung aus Monty Python und Freddy-Krüger-Verkleidungen witzig zu finden, sofern man denn groteske Situationen innerhalb einer kaum vorhandenen Story begrüßen mag.
Tatsächlich ist der ein oder andere Lacher drin, manche Pointen gehen allerdings auch ins Leere und nicht selten driftet man in albernen Klamauk ab.
Aber was soll man von einem Harlekin als Killer auch anderes erwarten.
Dieser kleinwüchsige Typ mit der Maske eines Jokers dezimiert schön reihum die mehr oder minder freiwilligen Gäste eines alten britischen Landsitzes, der soeben an einen amerikanischen Musikproduzenten abgetreten wurde, weil Christopher Lee ihn beim Pokern einsetzte und verlor.
Doch nun geht es den Musikproduzenten, seiner Familie, sowie dessen Bruder, der beim Umzugstransport vier Anhalter aufgabelte, an den Kragen.
Hier bedarf es keiner Charaktereinführung, denn man hat es weniger mit Figuren denn Karikaturen zu tun. Der Produzent ist nur in Kokain und der Musik neuer Künstler vertieft, Ehefrau und Kinder sind halt anwesend, dazu sein Bruder, ein gescheiterter Rock-Gitarrist, zwei Typen, davon einer notgeil, eine Hobby-Ornithologin und eine dunkelhäutige Dame mit Afro-Look, die den dunklen Machenschaften auf dem Landsitz medial auf der Spur ist.
Im Mittelpunkt steht jedoch der titelgebende Funny Man, der mit allerlei Verkleidungen und selbstironischen Sprüchen alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
So spricht er zum Zuschauer und blickt dabei direkt in die Kamera, tänzelt um seine Opfer herum und nimmt sich dabei oft selbst auf die Schippe, etwa als er den nicht ihm zugedachten Ausruf „Spring!“ wörtlich nimmt.
Im Verlauf schlüpft er in verschiedene Gewänder, liefert sich ein Pistolenduell als mexikanischer Gringo, tritt im glänzenden Kostüm eines Glitter-Rockers auf und wechselt im „Club Sexy“ gar mehrfach die Verkleidungen, wobei die als Stripperin gewiss den humorigen Höhepunkt darstellt.
Indes fallen seine Morde nicht allzu blutig aus, es wird jemand niedergeknüppelt, ein Stiefelabsatz ins Auge gebohrt, Elektro-Stöße bis zum Feuerfangen verteilt und ein Gehirn aus dem Kopf geballert, an dem noch die Brille des Opfers hängt.
Auch innerhalb der Kills finden sich witzige Momente, spätestens, wenn einer praktisch zum Mond geschossen wird.
Da man es insgesamt mit etwas inhaltslosem Zeug zu tun hat, driften einige Szenen gar ins Surreale ab, was dem Ganzen einen latent grotesken Unterton beschert. So wird einer mit dem Gesicht in eine Wand geschleudert und befindet sich kurz darauf als regungsloser Puppenspieler zwischen zwei Kasperlfiguren am Strand wieder, jemand verläuft sich ständig im Haus und strauchelt jedes Mal in der „Galerie der Liebe“, während sich das dunkelhäutige Medium irgendeine Substanz zwischen die Handwurzelknochen spritzt, woraufhin ihr dort ein Pistolenlauf wächst, aus dem später leuchtende Munition austritt.
Leider gibt es zum Finale hin keine Steigerung zu vermelden, was verdeutlicht, dass nur fragmentartige Ideen zu einem Ganzen zusammengeschustert wurden, man aber keine Spannungssteigerung für den Showdown parat hält und lediglich eine luschige Erklärung für das absurde Treiben bieten kann.
Dennoch kann man mit „Funny Man“ phasenweise seinen Spaß haben, auch wenn er zeitweise ein wenig albern daherkommt und nicht jeder Gag sitzt.
Dafür bietet die musikalische Untermalung, passend zum abwechslungsreichen und einfallsreichen Geschehen, eine breite Palette situationsbedingter Melodien und wer tendenziell lieber mit dem Killer mitfiebert als mit seinen potentiellen Opfern, wird sich an ein paar gelungen zynische Szenen erfreuen können.
6,5 von 10