Review

Bond is Back!

„Casino Royale“ ist wohl der im Vorfeld am meisten diskutierte (und das nicht wirklich im positiven Sinne) Bond-Film aller Zeiten. Britische Gazetten zerpflückten den neuen Bonddarsteller Daniel Craig und ließen wirklich kein gutes Haar an ihm, um die Negativ-Publicity anzuheizen. Nichtsdestotrotz ließen sich Craig und Regisseur Martin Campbell nicht wirklich von diesen Klatschkolumnen aus der Fassung bringen. Der Film ist hierfür der wohl beste Beweis.

Dass das filmische Resultat so gut gelungen ist stellt keine Selbstverständlichkeit dar, und das nicht nur wegen der Hetzerei über Craig seitens der Presse, sondern speziell das Sujet des Films, welches mit der traditionalen Bondstruktur bricht, war potenziell zum Scheitern verurteilt. Nicht nur ein neues Gesicht sollte dem geneigten, aber im Vorfeld stark (negativ) sensibilisierten Publikum ans Herz gelegt werden, sondern auch noch die Tatsache, wie James Bond seinen Doppel – 0 Status (also die Linzenz zum Töten) erreicht.

Da Plottechnisch eigentlich schon alles berichtet wurde, werde ich mich nun nicht mehr großartig damit aufhalten.
Kurzversion: Le Chiffre ist der Böse, der sich mit fremder Kohle ein wenig verspekuliert hat und Bond ist natürlich der Gute, der ihn zur Strecke bringen soll. Bond verliebt sich. Tragisches Ende.

Was lieben wir eigentlich an James Bond Filmen?

An erster Stelle ist hier wohl die innovative Action zu nennen. In „Casino Royale“ geht direkt schon zu Beginn tierisch die Post ab. Die athletischen Leistungen Bonds sind formidabel in Szene gesetzt und wer meint, dass dies alles übertrieben und fern von jeglicher Realität ist, der hat wohl zum einen noch keinen anderen Bond Film gesehen und zum anderen, wie DasGrendel vortrefflich konstatiert hat, auch noch nie „Le Parcour“ gesehen. Natürlich wirkt das alles dick aufgesetzt, aber das ist bei Bond schon immer so gewesen und wer sich daran stört und dies als Negativkriterium anführt, der übt deplaziert Kritik (Ich nenne so Leute „Krümelsucher“). Demnach gibt es für die satte Action, die sich konsequent und wohldosiert den ganzen Film über verteilt, die volle Punktzahl!

An zweiter Stelle sind wohl die hübschen Wesen des weiblichen Geschlechts zu nennen- so genannte „Bond-Girls“. Hier überzeugt Eva Green auf ganzer Linie. Sie sieht nicht nur unbeschreiblich gut aus, sondern sie strotzt nur so vor Charme und Charisma! Demnach gibt es auch für die „Bond-Girl“ Kategorie die volle Punktzahl!

An dritter Stelle steht wohl der Bösewicht. Le Chiffre reiht sich in die Kategorie der eher unauffälligen Schlawiner ein, was aber auch nicht schlimm ist, da Craig somit besser zur Geltung kommt. Dezent böse sein ist "In" und gibt 10 Punkte!

An vierter Stelle braucht ein guter 007 Film einen eingängigen Titelsong! Den hat „Casino Royale definitiv nicht. Ex-Soundgarden Sänger Chris Chronell (find ich eigentlich richtig klasse) hunzt da nen billigen Abklatsch in der Tradition alter Bond Songs hin. Hier hätte was richtig innovatives hingehört und nicht so ein stinklangweiliges Liedchen! Das gibt 1 Punkt!


Am aller wichtigsten für das Gelingen eines guten Bonds, ist neben diesen vier aufgezählten Faktoren der Hauptdarsteller! Im Großen und Ganzen waren fast alle Bonddarsteller aus dem selben Holz geschnitzt. Die große Exzeption stellt für mich natürlich ohne wenn und aber Sean Connery dar, der meines Erachtens die Bondfigur maßgeblich prägte (und das ist schon über 40 Jahre her). Alle anderen Bonddarsteller die folgten (wobei mir Brosnan auch gefallen hat) waren sich sehr ähnlich, was seine Vor- aber auch Nachteile mit sich brachte. Bei Craig ist das was anderes! Er reiht sich nicht in die Reihe der geschniegelten Agentenfraktion ein, denn er kommt eher wie ein unbedarfter Prolo zu Beginn rüber. Das ist in keinster Weise abwertend gemeint, da es gut in die initiatorische Situation passt. Bond ist halt noch am Anfang seiner Agentenlaufbahn, hat somit wenig Erfahrung und ist verunsichert. Craig bringt diese Situation in welcher sich der unbedarfte Bond befindet gut zum Ausdruck. Dies muss Craig hoch angerechnet werden, insbesondere weil der Zuschauer die allmähliche Zunahme an Handlungssicherheit von Bond im Fortgang des Films beobachten kann.
Craig ist ein echter Hau drauf Bond, der nicht wie andere vor ihm nur ein wenig am teuren Jackett gezogen bekommt. Hier gibt’s auf gut Deutsch richtig was auf die Fresse (und Nüsse...“Aua“!).


Fazit:

Dieser Bond rockt! Hier gibt’s keine Gnade. Das gefällt, denn ein Agent führt ja schließlich kein sicheres Leben. Craig ist zwar zu Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, doch wächst dem Zuschauer im Verlauf des Films ans Herz. Satte Action und ein tolles Bondgirl wissen zu überzeugen, nur der Titelsong ist zum Heulen! Le Chiffre (Mads Mikkelsen) erinnert an Brandauer und das ist sehr cool!

Ansehen und einen neuen anderen Bond kennen lernen, der seine Sache wirklich gut macht!

Da ich in Mathe schon immer ne Niete war, rekurriere ich auf mein subjektives Empfinden, welches mir 9 Punkte sagt!

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