2 Cops vermasseln eine Festnahme und müssen nun innerhalb von 72 Stunden.
Story:
Als die beiden Detectives Daniel Madigan (Richard Widmark) und Rocco Bonaro (Harry Guardino) einen Verdächtigen verhaften wollen läuft einiges schief. Auf Grund ihrer Unachtsamkeit nimmt er ihnen die Waffen ab und flüchtet. Commissioner Anthony Russell ist alles andere als begeistert. Erst muss er sich eine Lösung für den korrupten Chefinspektor überlegen, mit dem er befreundet ist und nun so eine Nachricht. Er setzt beide gewaltig unter Druck. Sollten sie den Flüchtigen innerhalb von wenigen Tagen nicht fassen, werden sie degradiert. Daniel und Rocco setzen alle Hebel in Bewegung, um dem zu entgehen. Doch das sind nicht ihre einzigen Sorgen......
Altmodischer und guter Polizeithriller von Don Siegel, der einen tiefen Einblick in die Polizeiwelt zulässt. Auf Schritt und Tritt werden die beiden Detectives in den 3 Tagen verfolgt. Zwischendurch lässt der Film sich aber die Zeit, auch den Commissioner darzustellen. Erst hier wird deutlich wie schwer so ein Polizeijob ist und wie stark er das Privatleben einschränkt. Ob die Polizeiarbeit, wie sie von den beiden Detectives ausgeführt wird, wirklich so eine Gradwanderung zwischen Legalität und Illegalität ist sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist sie aber sehr unterhaltsam.
Musik:
Monumentale Orchestermusik wie man sie in so einem Polizeiklassiker hören will. Siegel nutzt fast immer das gleiche Musikstück. Verbunden mit den alten Straßenkreuzern und den Hochhäusern wirkt der Film wie eine Reise in die Vergangenheit. Weder ohrenbetäubend, noch spannungsfördernd, sondern einfach eine reife und edle Untermalung.
Atmosphäre:
Fans von 60er oder fast schon 70er Jahre Klassikern kommen hier zu 150 % auf ihre Nostalgiekosten. Hier wird noch mit Autos gefahren, bei denen sich auf einer Leinwand außerhalb der Autos alles bewegt, nur das Auto selber nicht :-). Hier werden noch kleine Handrevolver benutzt, die Schüsse klingen echt und natürlich, ja sogar Pulverdampf kommt noch aus den Revolvern. In den Straßen fahren Straßenkreuzer, die über 20 Liter schlucken. Das waren noch Zeiten, als Traumautos mit durchgehenden Vordersitzen die Straßen bevölkerten. Nun aber genug der Nostalgieschwelgerei. Der Film dreht sich ja eigentlich um die beiden Detectives. Nachdem sie ihre Job vermasselt haben stehen sie gewaltig unter Druck. Für ein Privatleben bleibt trotz hübscher Frauen sowieso kein Platz. Sie sind Sklaven ihres Jobs, oder sie leben ihren Job. Das sollte hier jeder für sich entscheiden. Mit mehr oder weniger legalen Methoden versuchen sie den Flüchtigen aufzuspüren. Praktisch wenn man hier und da ein paar Kontakte in der Unterwelt hat. So ganz zum Ziel kommen sie leider trotzdem nicht. So müssen erst zwei Polizisten dran glauben bevor man ihn aufspüren kann. Da die beiden Polizisten ihren Fehler unbedingt wieder gut machen wollen, ist das Ende recht tragisch und erschütternd. Mehr will ich aber nicht vorwegnehmen. Parallel dazu läuft der Arbeitstag des Commissioners. Hier wird ziemlich schnell deutlich, wie besch**** so ein Job doch ist. Man muss sich mit einflussreichen Leuten rumschlagen, deren Söhne angeblich unrecht von der Polizei behandelt wurden oder man gerät in einen verzwickten Gewissenskonflikt, da sein bester Freund korrupt ist. Schon schwierig, sich da für die richtigen Lösungen zu entscheiden, dass merkt auch der Zuschauer. Aus dem unversöhnlichen Ende kann ich nur eine Message lesen: Irgendwie auch nur ein tag wie jeder andere... Polizisten können ersetzt werden, Freunde nicht....
Schauspieler:
Henry Fonda ist Commissioner Anthony Russell. Nach außen hart, aber mit weichem Kern. Man spürt seinen Gewissenskonflikt förmlich, während man bei den aufmunternden Worten zu den sterbenden Polizisten nur wenig Gefühl mithört. Henry Fonda verkörpert dank stahlharten blauen Augen und eisernen Blick seine Figur gut.
Richard Widmark ist Detective Daniel Madigan, ein älterer und erfahrener Detective. Sofort sympathisch ist die Hauptfigur. Mit seiner fast väterlichen und ruhigen Art ist er der Inbegriff des „guten“, aber zu leichtsinnigen Cops. Auf was das hinausläuft sieht man am Ende. Trotz allem ist er glücklich, dass er da sein Privatleben kaum geordnet bekommt ist Nebensache für ihn. Er liebt zwar seine Frau und nebenbei noch seine Freundin, aber er lebt seinen Job. Ein reifer Widmark in Höchstform.
Fazit:
Ein Klassiker des Polizeifilms von Don Siegel mit dickem Nostalgiebonus (schwärm). Wer auf Klassiker steht, oder wem eine in heutigen Augen angestaubte Inszenierung nichts ausmacht muss einen Blick riskieren. Man träumt sich fast in die vermeintlich saubere Polizeiwelt der 70er. 2 Superstars und klassische Musik komplettieren dieses Meisterwerk.